Für einen Friedwald gebe es keinen Bedarf

Felsberg will auf Friedhöfen künftig Baumgräber anbieten

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Urnengräber unter Lebensbäumen: Diese Möglichkeit soll künftig auf dem alten Felsberger Friedhof angeboten werden. Im Bild ein Teil der Grabfläche zwischen Friedhofskapelle und dem alten Hospital. Auch auf allen anderen Friedhöfen der Stadt Felsberg soll es Baumgräber geben. Derzeit läuft eine Befragung der Ortsbeiräte.

Felsberg. Die Stadt Felsberg will künftig auf ihren Friedhöfen auch Baumgräber anbieten.

Im Ortsbeirat der Kernstadt gab es dazu jetzt einmütige Zustimmung. Von den insgesamt 14 Ortsbeiräten der Dreiburgenstadt haben bisher außer Felsberg neun positives Interesse bekundet. Das teilte Andrea Grenzebach von der Friedhofsverwaltung der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Positive Signale kamen bisher auch aus Altenbrunslar, Beuern, Böddiger, Gensungen, Hesserode, Lohre, Melgershausen, Neuenbrunslar und Wolfershausen. Die übrigen Ortsbeiräte hatten noch keine Sitzung.

„Das ist sehr interessant“, hieß es im Felsberger Ortsbeirat zu der Planung. Auf dem alten Friedhof an der Lohrer Straße ist nach Angaben der Friedhofsverwaltung der Bereich unter den Lebensbäumen geeignet. Die stehen gegenüber der 1230 erbauten Sankt-Jakobs-Kapelle – dem ältesten Gebäude der Stadt. Diese Lebensbäume haben laut Stadtverwaltung noch eine lange Lebensdauer, wenn sie nicht durch einen Sturm beschädigt werden. Auch auf dem oberen Teil des alten Friedhofes in Richtung Niedervorschützer Straße könnte nach dem Pflanzen neuer Bäume ein Baumgrabfeld entstehen.

Melsungen als Beispiel

In einer Sitzung des Friedhofsbeirates der Stadt Felsberg war kürzlich vorgestellt worden, wie Baumgräber in Melsungen gestaltet sind. Der Beirat sah grundsätzlich einen Bedarf für alle Felsberger Friedhöfe. So könnte den Angehörigen ortsnah eine Alternative zum Friedwald geboten werden. Je nach Gegebenheiten sollten auf den Friedhöfen alte Bäume genutzt oder neue Bäume gepflanzt werden. Dabei sollen die Wünsche der Ortsbeiräte berücksichtigt werden. In Felsberg sollen die Gebühren für den Erwerb eines Baumgrabes analog einer Rasengrabstätte im Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld erhoben werden.

Im Zusammenhang mit den geplanten Baumgräbern wurde im Friedhofsbeirat auch darüber diskutiert, ob das Anlegen eines Friedwaldes in Felsberg eine sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Bestattungsangebot sei. Die Friedhofsverwaltung hatte den Friedwald bei Ludwigsau-Ersrode besucht. Das Unternehmen sehe derzeit im Schwalm-Eder-Kreis keinen weiteren Bedarf für einen Friedwald, hieß es in der Zusammenkunft. Ein Felsberger Bestatter erläuterte, dass sich derzeit etwa zwei Prozent der Angehörigen für eine Ruhestätte im Friedwald entscheiden. Mit den derzeitigen Angeboten in Kaufungen, im Reinhardwald und in Ersrode sei der Bedarf gedeckt. Der Friedhofsbeirat Felsberg sieht deshalb „keinen Bedarf, die Anlegung eines Friedwaldes zu initiieren“. 

Quelle: HNA

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