Sie wollen endlich Ruhe

Felsberger demonstrieren für sofortigen Bau der Ortsumgehung

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Felsberger demonstrieren für Ortsumgehung

Felsberg. Sprüche wie „Möchten Sie in diesem Wahnsinn leben?“ und „Politiker schlafen – und die Bewohner der Altstadt können nicht schlafen“ waren am Mittwochnachmittag auf Plakaten in der Felsberger Altstadt zu lesen.

Rund 150 Menschen demonstrierten dort für den Bau der Ortsumgehung. Sie zogen vom Obertor bis zum Berliner Platz.

Mit dabei war Andreas Wurst. Der 42-Jährige betreibt an der Untergasse ein Geschäft. „Wenn die Lastwagen vorbeifahren, wackeln bei uns die Wände“, sagte er, „das ist doch keine Lebensqualität hier.“ Es lohne sich für die Altstadtbewohner nicht, in ihre Häuser zu investieren – „weil durch den Verkehr alles wieder kaputt geht.“

Dass die Umgehungsstraße endlich gebaut werden muss, fand auch Yvonne Sonnenschein: „Damit meine Kinder endlich mal wieder schlafen können“, sagte die 45-Jährige. Und ihre Tochter Xenia (14) ergänzte: „Wir kommen kaum auf die andere Straßenseite vor lauter Lastwagen.“

Das bestätigte auch Nina Haack, die ebenfalls an der Untergasse wohnt. Besonders schlimm sei es in der Altstadt, wenn die Autobahn zu sei: „Dann fährt hier ein Lkw nach dem nächsten.“ Sie hole ihren Sohn dann von der Bushaltestelle ab – allein will sie ihn bei dem Verkehr nicht nach Hause gehen lassen. „Für das Geld, was für Planungen in den letzten 40 Jahren verschwendet wurde, hätte man drei Umgehungen bauen können“, war sie überzeugt.

Ein wenig enttäuscht zeigte sich Altstadt-Bewohnerin Sabine Quehl über die Teilnehmerzahl: „Die Resonanz hätte besser sein können.“ Wahrscheinlich seien die Sommerferien ein Grund, warum nicht so viele Menschen wie erhofft an der Demonstration teilnahmen.

Quehl erinnerte daran, dass innerhalb einer Woche 700 Unterschriften für den Bau der Ortsumgehung zusammengekommen waren. „Das zeigt, dass dies nicht nur das Anliegen einiger Altstadt-Bewohner ist“, sagte Quehl. Sie forderte alle Parteien auf, klare Position für Felsberg zu beziehen. „Wir waren noch nie so nah an der Realisierung unserer Umgehungsstraße.“

Weniger optimistisch zeigte sich ein anderer Teilnehmer der Demonstration: „Ich hätte ja gern noch miterlebt, dass sich in Sachen Ortsumgehung etwas tut. Aber ich glaube da nicht mehr dran.“

Bilder der Demo

Fotos

Sabine Quehl, Nina Haack und viele andere Altstadtbewohner wollen trotzdem nicht aufgeben. Sie kündigten weitere Demonstrationen an. Für die wird es auch künftig Anlass geben: In seiner Antwort auf einen Brief der Felsberger stellte der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch jetzt klar: Eine Finanzierung der Ortsumgehung mit Landesmitteln sei vor 2020 nicht möglich.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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