Aus für die Felsberger Energielotsen - Modellprojekt läuft nur bis Ende des Jahres

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Das Energielotsen-Team: Thomas Taubert, Dietmar Seifert, Manfred Wilke und Manfred Wicke (von links) geben Tipps zum Stromsparen aber nur noch bis Ende des Jahres.

Felsberg. Drei Jahre lang hatten sie einen Arbeitsplatz - doch Ende 2014 droht ihnen erneut die Arbeitslosigkeit: Manfred Wicke, Thomas Taubert, Dietmar Seifert und Manfred Wilke sind seit 2011 als Energielotsen im ganzen Landkreis unterwegs.

Aber das bei der Felsberger Jugendwerkstatt angesiedelte Modellprojekt, das vom Bund gefördert und von Eon Mitte finanziell unterstützt wird, läuft im Dezember aus.

Dann gibt es niemanden mehr, der die Arbeit der Energielotsen finanziert. Ihre Aufgabe: Sie geben Tipps zum Stromsparen und helfen bei der Auswertung der Stromrechnung und das kostenlos. Das Angebot richtet sich aber nicht an jedermann, sondern speziell an die Empfänger von Transferleistungen - dazu gehören zum Beispiel Hartz IV-Empfänger, aber auch Rentner oder Berufstätige, die zusätzlich Unterstützung vom Staat beziehen, weil das Geld sonst nicht reicht.

"Wir haben bei vielen eine drohende Stromsperre verhindern können", sagt Energielotse Thomas Taubert (54, aus Melsungen). Denn er und seine Kollegen zeigen den Betroffenen auch, wie sie aus der Strom-Schulden-Falle herauskommen können zum Beispiel, indem sie Ratenzahlungen vereinbaren. Und sie sorgen dafür, dass es erst gar nicht zu unbezahlbar hohen Stromrechnungen kommt. "Ein Rentner hat durch unsere Beratung 800 Euro im Jahr gespart", schildert Taubert. "Viel Aufklärungsarbeit mussten wir zum Beispiel beim Lampenkauf leisten", sagt Dietmar Seifert (56, aus Schwalmstadt), "da stehen die Leute vor meterlangen Regalen mit Glühlampen und wissen nicht, welche die Richtige ist."

Zwei bis drei Kunden pro Woche besuchen die Energielotsen, die in Zweier-Teams durch den Landkreis touren. Mehr als 400 Menschen haben die Lotsen seit Anfang 2012 beraten. Mit einem einmaligen Besuch ist es dabei aber meist nicht getan: Für eine ausführliche Beratung sind mehrere Gespräche nötig. "Wir können mit den Leuten auf Augenhöhe reden, weil wir uns gut in ihre Situation hineindenken können", erklärt Manfred Wilke (56, aus Schwalmstadt). "Das ging oft über die Energieberatung hinaus, weil die Menschen Vertrauen zu uns gefasst haben", bestätigt Thomas Taubert. "Wir haben sie dann zum Beispiel auch bei Behördengängen unterstützt."

Schließlich wissen die vier Energielotsen, was es heißt, arbeitslos zu sein. Dank des Projekts hatten sie sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, jeder arbeitete 30 Stunden pro Woche und erhielt dafür 900 Euro brutto monatlich.

"Man hat einen geregelten Tagesablauf und tut etwas Sinnvolles", sagt Manfred Wilke. Kollege Manfred Wicke (51, aus Felsberg) ergänzt, ihm werden die Arbeit und Absprachen im Team fehlen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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