Felsberger Schüler wollen Widerstandskämpfer Hayessen ehren

Hier lebte der Widerstandskämpfer Egbert Hayessen: Die Schüler der Klasse R10a der Drei-Burgen-Schule auf der Treppe vor dem Wohngebäude des Mittelhofes.

Felsberg. Schüler der Drei-Burgen-Schule haben sich einiges vorgenommen. Sie wollen sich für den im 2. Weltkrieg erhängten Widerstandskämpfer Hayessen einsetzen.

Egbert Hayessen leistete mutig Widerstand gegen Hitler - doch in seiner früheren Heimatstadt ist bis heute nur ein Feldweg nach ihm benannt. Das ist ein Widerspruch, finden die Schüler der Klasse R10a an der Felsberger Drei-Burgen-Schule. In einem Brief an Bürgermeister Volker Steinmetz fordern sie nun, dass eine Straße oder ein Platz in Felsberg nach Hayessen benannt wird - zum Beispiel die Untere Birkenallee, die direkt zu ihrer Schule führt.

"Nach Hayessen wurde schon ein Feldweg benannt, aber ich finde, das ist noch nicht genug", schreibt etwa der Schüler Niklas Giese in dem Brief. Und Ann Kristin Dippel ergänzt: "Was uns ein wenig traurig macht ist, dass seine Geschichte nur wenige Menschen kennen. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn eine Straße nach einem so tapferen und tollen Mann benannt werden würde."

Diese Idee kam den Schülern im Geschichtsunterricht: Dort befassten sie sich mit Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der 1944 ein Attentat auf Hitler plante. Dabei erfuhren sie, dass auch der Felsberger Hayessen zu den Verbündeten Stauffenbergs gehörte. Die Jugendlichen besuchten den Mittelhof, wo Egbert Hayessen gelebt hatte und den dessen Bruder noch bis 1964 bewirtschaftete. Fritz Strack führte die Schüler durch die Anlage. Ein Schüler der Klasse, Leon Landesfeind, hatte die Führung organisiert. "Als ich in der Schule von Hayessen gehört habe, fand ich das so spannend, dass ich gleich am nächsten Tag mit meinem Rad zum Mittelhof gefahren bin. Der Pächter, Jens Villnow, hat mir alles gezeigt", so Leon.

Ihr Vorschlag kommt zu einem passenden Zeitpunkt: Nicht nur das Attentat auf Hitler, auch die Hinrichtung des Widerstandskämpfers Hayessen jähren sich in diesem Jahr zum 70. Mal. Hayessen wurde am 15. August 1944 in Plötzensee erhängt.

Ob die Bemühungen der Schüler erfolgreich sein werden, ist noch unklar. Bürgermeister Volker Steinmetz sagte auf Anfrage der HNA: "Ich finde es klasse, dass sich die Schüler mit dem sensiblen Thema auseinandersetzen."

Im Ältestenrat habe man jetzt über das Gedenken für Egbert Hayessen diskutiert. Zu welchem Ergebnis man dabei gekommen sei, wollte Steinmetz allerdings noch nicht bekannt geben. (jul)

Quelle: HNA

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