Felsberger will übers Internet sein Kamel verkaufen

So lässt es sich gut leben: Tierfreund Michael Richter füttert sein zweihöckriges Trampeltier Samson mit Brot, während Enkel Tom Riese dem friedlichen Wallach den Kopf streichelt. Foto: Hohagen

Beuern. Samson ist ein braver Kamelwallach. Er ist vier Jahre alt und legt sich auf Kommando hin. So heißt es in einer Internetanzeige, die bei Markt.de neben Immobilien, Fahrzeugen und Reisen in der Tier-Rubrik geschaltet ist. Samson steht zum Verkauf: für 4500 Euro.

„Wenn sich ein liebevoller und geeigneter Abnehmer findet“, schränkt Samsons Halter Michael Richter aus Beuern ein. Denn dem Tierfreund ist sein Trampeltier mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Seit einem Jahr lebt Samson gemeinsam mit neun Pferden, sechs Lamas, je drei Hunden und Katzen auf dem Hof von Michael Richter und seiner Frau Andrea – im Felsberger Stadtteil Beuern.

„Wir haben uns Samson zugelegt, weil wir nach 30 Jahren Pferden und sieben Jahren Lamas eine neue Herausforderung gesucht haben“, erklärt Richter die ungewöhnliche Anschaffung. Ein Kamel hat schließlich nicht jeder.

Langfristig will der 50-Jährige, der hauptberuflich im VW-Werk arbeitet, wie bei den Pferden und Lamas, mit Kamelen in die Zucht einsteigen – und mit dem Verkauf von Fohlen das kostspielige Tier-Hobby sichern. Und dafür nütze ihm der Wallach, ein kastrierter Hengst, nichts. Weil ein Wallach aber besonders pflegeleicht ist, sei zum Einstieg kein anderes Kamel in Frage gekommen, erklärt Richter.

„Down“ statt „Runner“

Wenn Samson nicht gerade schläft, trampelt er über den Hof oder ist mit den Lamas auf der Weide, die unweit des Grundstückes liegt. Dort tobt er sich auch mal richtig aus. „Ansonsten ist Samson ruhig, fast phlegmatisch und sehr friedlich“, wirbt Richter. Das fast 700 Kilo schwere Kamel mit einer Höckerhöhe von über zwei Metern lässt sich mittlerweile führen und in einem Pferdeanhänger transportieren. Zudem hört es auf die englischsprachigen Anweisungen „Up“ und „Down“. So könnte er weltweit weiter verkauft werden. Mit dem nordhessischen Kommando „Runner“ würde das schon schwieriger werden.

Weil die Kamel-Probe mit Samson gelungen ist, sucht Richter jetzt eine Stute, die für Nachwuchs sorgen kann – und für seinen Wallach ein liebevolles Zuhause. Was dafür nötig ist? Gesellschaft anderer Tiere, ausreichend Stell- und Auslauffläche, zu fressen Heu und Brot. „In Frage kommt ein privater Halter, ein Tierfan, wie ich“, so Richter, denn im Zirkus würden die Tiere selten artgerecht gehalten, Zoos züchteten selbst.

Und wenn sich niemand findet, läuft Samson eben weiter mit den Lamas auf der Weide. Dann wird Michael Richter mit seinem Kamel das geführte Reiten üben. Nicht nur Enkel Tom würde das freuen.

Quelle: HNA

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