Felsburg: Nässe nagt am Mörtel

Ortstermin auf der Felsburg: Vertreter der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten sowie des Hessischen Baumanagementes und Burgvereinsmitglieder begutachteten Mauerwerks-Schäden. Auch im Innenhof müssen Mauern und Mauerkronen ausgebessert werden. Fotos: Schaake

Felsberg. Die fast 1000 Jahre alte Felsburg im Edertal bleibt ein Fall für die Bausanierer und Denkmalpfleger. Sieben Jahre nach Abschluss der aufwändigen Sanierung sind an vielen Stellen des historischen Mauerwerks Schäden aufgetreten. Sie sollen beseitigt werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Das hat Baudirektor Dr. Thomas Ludwig bei einem Ortstermin auf der Burg versprochen.

Ludwig ist Leiter des Fachgebietes Bauangelegenheiten und Denkmalpflege bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Das staatseigene Baudenkmal Felsburg ist eins von über 40 Objekten, die die Verwaltung betreut. Der Burgverein seit seiner Gründung Partner vor Ort.

Die Felsburg war 18 Jahre lang von Grund auf saniert worden. Knapp drei Millionen Euro waren investiert worden. Auch der Burgverein hatte sich finanziell beteiligt. Für die Rezeptur des Kalkmörtels hatte es umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen gegeben, um Folgeschäden möglichst zu vermeiden.

Wie sich bei dem Ortstermin zeigte, sind die Schäden inzwischen vor allem dort aufgetreten, wo Nässe aus Stein- und Erdaufschüttungen von innen auf die Mauern drückt. Besonders betroffen ist die hohe Nordmauer, die vor den Bauarbeiten akut einsturzgefährdet war.

„Ich habe keine Sorge, dass sie einstürzt, weil sie in einem vergleichweise guten Zustand ist“, kommentierte Dr. Ludwig die derzeitigen Schäden. Er hält die dauernde Instandhaltung aber für sinnvoll und notwendig, „denn sie ersparen große Investitionen“. Auch an den Mauerkronen sind Fugen beschädigt – ebenfalls eine Folge der starken Temperaturunterschiede im Sommer und Winter.

Keine Einsturzgefahr

In den vergangenen drei Jahren seien an Baudenkmälern auch schon Mauern eingestürzt, sagte der Fachmann, „aber ich sehe auf der Felsburg keinerlei Einsturzgefahr mehr“. Dr. Ludwig sowie die Vertreter des zuständigen Hessischen Baumanagements (früher Staatsbauverwaltung) waren dankbar für die vielen Hinweise durch Mitglieder des Burgvereins, der die Burg nunmehr im 126. Jahr betreut. Jährlich werden durchschnittlich 1500 Arbeitsstunden auf der Burg und im Landschaftsschutzgebiet geleistet. Für die gute Pflege gab es beim Ortstermin viel Lob.

„Die Felsburg ist wichtiger Teil des Lebens der Menschen“, sagte Dr. Ludwig. Er hat das Baumanagement gebeten, nun so schnell wie möglich die Kosten für das Beseitigten der Schäden zu schätzen. Ob das Vorhaben allerdings noch in diesem Jahr finanziert werden kann, ist offen. Dr. Ludwig: „Es ist immer eine politische Entscheidung, wo das Geld hingeht.“ Burgvereinsvorsitzender Heiner Maifarth: „Wir wünschen uns, dass die Arbeiten in diesem Jahr erledigt werden.“ Künftig wird – wie früher – jedes Jahr eine Baubegehung stattfinden. (nh)

Quelle: HNA

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