100 Jahre altes Chorfenster wurde restauriert und wird im Gottesdienst vorgestellt

Friede sei mit Euch: Mit einem Festgottesdienst nimmt die Evangelische Kirchengemeinde Sand ihr 100-jähriges und jetzt restauriertes Chorfenster mit dem Bildnis des Auferstandenen wieder in Besitz. Gemeindepfarrerin Dr. Gisela Natt gestaltet den Gottesdienst. Foto:  zih

Bad Emstal. Große Freude in der Evangelischen Kirchengemeinde Sand. Das farbenprächtige und bleiverglaste Chorfenster in der 1775 erbauten Dorfkirche, die 1910 umfassend renoviert wurde und dabei ihr heutiges Aussehen erhielt, erstrahlt wieder in neuem Glanz.

In einem von Gemeindepfarrerin Dr. Gisela Natt zelebrierten und vom Posaunenchor sowie den Konfirmanden mitgestalteten Festgottesdienst am morgigen Sonntag, 10 Uhr, nimmt die Kirchengemeinde ihr restauriertes bildliches Schmuckstück wieder in Besitz. Das Chorfenster wurde bei der Einweihung unter dem damals verantwortlichen Gemeindepfarrer Schäfer vor 100 Jahren von Pfarrer im Ruhestand Braun gestiftet. Er wollte der Gemeinde damit ein geistliches Vermächtnis schenken. Es zeigt Christus, den Auferstandenen – jedoch ohne die Wundmale an Händen und Füßen.

Darüber der Schriftzug „Friede sei mit Euch“. So begrüßte nach dem Johannes-Evangelium Christus nach seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung seine versammelten und verzweifelten Jünger. Nomen est omen – dieses Szenario lassen die Konfirmanden während des Gottesdienstes in einem kleinen Theaterstück wieder lebendig werden. Zudem erfahren die Kirchenbesucher durch Kunsthistoriker Dr. Thomas Foerster vom Hessischen Landesmuseum in unterschiedlichen breit gefächerten geistlichen, gesellschaftlichen und geschichtlichen Momentaufnahmen Wissenswertes über ihren Christus, Jesudarstellungen im Allgemeinen sowie die Kunst und Bedeutung von Kirchenfenstern.

Die Wiederherstellung des Chor- sowie eines weiteren Kirchenfensters durch Diplom-Restauratorin Ronja Lammers (Marsberg) und dem Fachunternehmen „Die Glasmaler“ aus dem ebenfalls westfälischen Niederborchern hat die Sander Kirchengemeinde fast ausschließlich aus Eigenmitteln in Höhe von 10 000 Euro finannziert. Vom Landeskirchenamt gab es lediglich einen Zuschuss von 500 Euro. Notwendig geworden war die Restaurierung laut Dr. Gisela Natt, weil sich der Rahmen in den vergangenen Jahren durch Umwelt- und statische Einflüsse mehr und mehr gewölbt hatte.

Die dadurch entstandenen Spannungen übertrugen sich auf die Bleiverglasung. Dadurch drohte das Fenster regelrecht zu zerplatzen. (zih)

Quelle: HNA

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