Fensterputzer muss schneller sein als der Frost

Eiskalt gewischt: Glasreiniger Zoran Tomic hat zurzeit einen harten Job. Denn selbst das Frostschutzmittel im Putzwasser hilft nur bis zu zehn Grad minus. Trotzdem hatte er gestern gute Laune bei seiner Arbeit an den Fenstern der HNA-Geschäftsstelle in der Brückenstraße in Melsungen. Foto: Brückmann

Melsungen. Zoran Tomic mag die Sonne. „Was die Hausfrauen hassen, das lieben wir.“ Denn als Fensterputzer arbeitet er bei Wind und Wetter. Auch bei zweistelligen Minustemperaten wie im Moment ist er draußen.

Und wenn die Luft acht Grad minus hat, dann „sind die Scheiben meist kälter, so zehn, elf Grad“.

Da muss der Gebäudereiniger schneller sein als der Frost, sonst friert das Putzwasser auf dem Glas und das ist nicht sauber zu bekommen. Dann muss der Glashobel ran.

Der Profi schafft bei diesem Wetter am Tag zwischen 180 und 250 Quadratmeter Glasfläche, je nach Rahmenanteil und -größe. Im Sommer bringt er es auf bis zu 350 Quadratmeter saubere Scheiben.

Glas- und Gebäudereiniger ist ein Lehrberuf, berichtete Tomic. Allein eineinhalb Jahre gehen für den Glasreiniger drauf, in der restlichen Zeit werde Wissen über Fußboden- und Gebäudereinigung vermittelt, über Arbeitsschutz in luftiger Höhe und Maschinenbedienung. (and)

Fensterputz-Tipps vom Profi

• Das Fensterleder ist das wichtigste Handwerkszeug zum Reinigen der Scheiben. Das steht für den Profi Zoran Tomic außer Frage. Damit das Leder wieder geschmeidig wird, müssen die Poren geöffnet werden. Sein Tipp: Wenn das Fensterleder beim Trocknen über dem Eimer steif geworden ist, dann in alle Richtungen ziehen, bevor es wieder mit Wasser durchnässt wird.

• Der Abzieher muss ein weiches Gummi haben, dann können Glasscheiben auch bei Sonne geputzt werden, ohne dass es Schlieren gibt. Harte Gummis entfernen das Wasser nicht restlos, so verbleiben Spuren, die nach dem Trocknen sichtbar werden.

• Tomic empfiehlt die Reinigung in vier Stufen:

Als erstes die Scheibe feucht abwaschen, während das Wasser einwirkt den Rahmen reinigen, danach die Scheibe abziehen und zuletzt mit einem Fensterleder nachpolieren.

Mit Industriefrostschutzmittel im Putzwasser können die Profis bis minus zehn Grad Fenster putzen.

Quelle: HNA

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