Wundervoller Klangzauber zum 2. Advent in der Hardtwaldklinik Bad Zwesten

Fernab des Gedudels

Mädchenstimmen und Kammermorchester: Chor, Streicher und Flöte musizierten gemeinsam beim strahlend schönen „Agnus Dei“ aus der Messe in A-Dur von Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901) in der Kulturhalle der HWK II. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. „In dulci jubilo“, in süßer Freude – so lautete die Botschaft, die mit einem wundervollen Klangzauber des Philharmonischen Kammerorchesters und des Mädchenchors aus Wernigerode zum 2. Advent verkündet wurde.

Die beiden erstklassigen Ensembles waren zu Gast in der Hardtwaldklinik II in Bad Zwesten. Mit einem erlesenen Programm, fernab vom üblichen Weihnachtsmarkt-Gedudel, erfreuten die Musiker das Publikum. Zwischen klassischer und barocker Kost, sakralen Werken, bekannten und weniger bekannten volkstümlichen Weisen wechselte die Musik. In der Leitung lösten sich Christian Fitzner und Steffen Drebenstedt ab. Sie ließen das Spiel der Instrumente und die glockenklaren, strahlenden Stimmen der Mädchen miteinander verschmelzen.

Graziöser Haydn

Den Auftakt machten die Musiker im Spiel prunkvoller Bläser und festlicher Streicher mit dem graziösen Allegro aus Joseph Haydns Sinfonie Nr. 30 C-Dur von 1765. „Machet die Tore weit“, sang der Chor, als wolle er dem Publikum sagen: Öffnet eure Herzen, heute gibt es Erstaunliches zu hören. 40 Sängerinnen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren vom Landesgymnasium für Musik Sachsen-Anhalt bilden den Chor.

In zartgelbe, knöchellangen Kleider gekleidet, präsentierten sie sich als ein Beispiel für gesanglichen Wohlklang, Disziplin und emotionale Zurückhaltung. Eine Spur mehr Lockerheit und erkennbare Leidenschaft könnte ihren exzellenten Auftritt noch unterstreichen.

Zauberhafte Klangbilder schufen die Mädchen in Johann Eccards (1553 bis 1611) „Übers Gebirg’ Maria geht“ und mit der himmlischen Oberstimme in der dritten Strophe von „Herbei o ihr Gläubigen“. Im Larghetto des Flötenkonzerts G-Dur von Johann Joachim Quantz (1697 bis 1773) ließ Solistin Barbara Töppel ihr klares, akzentuiertes Spiel ertönen. „Im edelsten Geiste sinnlich“, so sollen seine Werke werden, habe Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901) einmal gesagt. Eingebettet in Streicher- und Flötenklänge demonstrierten die Sängerinnen die ganze Bandbreite ihres Könnens und trugen in inniger Schönheit fünf liturgische Gesänge aus der A-Dur-Messe op. 126 des Komponisten vor. Diese nuanciert und eindringlich formulierte Sequenz wurde zum Höhepunkt des Konzerts trotz der voreiligen Klatscher im Publikum, die die Innerlichkeit mehrmals störten.

Zum Konzertabschluss zogen Chor und Orchester sämtliche Register. „Panis angelicus“ (himmlisches Brot) aus César Francks (1822 bis 1890) Messe „Solennelle“ und das Lied „Still senkt sich die Nacht hernieder“ erklangen wunderschön zart und gleichermaßen intensiv: Eine Musik, von der die Zuhörer in Bad Zwesten berührt waren.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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