Ein Geschenk an die Welt

Festakt zur Verleihung der Sonderbezeichnung "Konfirmationsstadt Schwalmstadt"

Freuen sich über die neue Sonderbezeichnung „Konfirmationsstadt“: Von links Stefan Pinhard, Reinhard Otto und Mark Weinmeister. Fotos: Decker

Ziegenhain. Mit einem Festgottesdienst begann am späten Dienstagvormittag in der Schlosskirche der Festakt zur offiziellen Verleihung der Sonderbezeichnung „Konfirmationsstadt Schwalmstadt“.

Der musikalisch geprägte Gottesdienst mit Liedern aus dem neuen Gesangbuch EG+ und den Auftritten des Kirchenchores und des Gospelchores, stimmte mit dem Vortrag einiger Thesen Luthers und einer ausführlichen Predigt von Dekan Christian Wachter in die Zeit des Mittelalters ein. Reinhard Otto, Stadtverordnetenvorsteher, moderierte vor Vertretern aus Kirche, Politik, Wirtschaft und den Gemeindegliedern die anschließende Runde der Grußworte und die Überreichung der Urkunde.

Dass nicht nur Ziegenhain, sondern die ganze Region an den Geschehnissen der Reformation Anteil hatte, bekamen die Gäste in unterschiedlicher Weise zu Gehör. Jürgen Kreutzberg, Stadtrat Homberg, erinnerte an die erste evangelische Synode, die 1526 auf Anregung des Landgrafen Philipp in der Homberger Stadtkirche stattgefunden hatte. Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel verwies auf eine Übernachtung Martin Luthers im Kloster Spieskappel 1529. „Die Auszeichnung zur Konfirmationsstadt ist schön, aber wir müssen den Bekanntheitsgrad steigern und gemeinsam die Region für Touristen attraktiv machen.“

„Die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung war ein Meilenstein der Reformation“, sagte Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard.

Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises, betonte das Element der Toleranz, das durch die Reformation dauerhaft Einzug gehalten habe, und bewertete die neue Bezeichnung Konfirmationsstadt als identitätsstiftend für die gesamte Region.

Blaue Luftballons zur Festveranstaltungt: Mahi Akrami verteilte die Ballons vor der Schlosskirche.

„Hier stehe ich und kann nicht anders, als stolz zu sein“, sagte Prälatin Marita Natt. Sie sei als gebürtige Michelsbergerin und angeheiratete Ziegenhainerin sehr glücklich. Der Theodiplomat Martin Bucer habe mit seinem Kompromiss aus Säuglingstaufe und Konfirmation eine Eskalation im Land Hessen verhindert. „Die Konfirmation ist ein Geschenk aus Kurhessen-Waldeck an die ganze Welt“, so Natt.

Als Geschenk für den Bürgermeister versprach die Prälatin ein Bucer-Festival im April 2018 in Ziegenhain. Die Konfirmandengruppe las in verteilten Rollen einen Ausschnitt aus den Beratungen zur Kirchenzuchtordnung. Die Delegierten damals kamen nicht nur aus Ziegenhain und Treysa, sondern auch aus Marburg, Melsungen, Nidda und weiteren Orten der Region.

„Heute ist ein besonderer Tag für Schwalmstadt, für Ziegenhain, aber auch für Hessen“, begann Mark Weinmeister, hessischer Staatssekretär für Europaangelegenheiten, seine Rede. Es sei erstaunlich, dass aus einer so kleinen Stadt in der Schwalm ein Meilenstein wie die Konfirmation komme, so Weinmeister.

Der Staatssekretär überreichte die Urkunde zur Sonderbezeichnung „Konfirmationsstadt Schwalmstadt“ an Bürgermeister Stefan Pinhard und gemeinsam enthüllten die beiden ein erstes neues Ortsschild.

Die musikalische Umrahmung des zweiten Teils der Festveranstaltung hatte der Posaunenchor Ziegenhain unter der Leitung von Ulrich Reuter übernommen.

Quelle: HNA

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