Die Türkisch-Muslimische Gemeinde Borken lädt dazu ein, sie besser kennenzulernen

Ein fester Teil der Stadt

Vorfreude auf das Kulturfestival: Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde Borken und Umgebung, hinten rechts am Plakat Vorsitzender Recep Akdag. Foto: Dellit

Borken. Das Verhältnis zwischen Deutschen und Türken, zwischen Muslimen und Christen ist in Borken besonders gut. Das dürfte auch mit dem Kohlebergbau und der Katastrophe von Stolzenbach zusammenhängen, ist Recep Akdag überzeugt.

Der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde Borken und Umgebung sagt über das Unglück: „Die Verstorbenen haben uns gezeigt, wie man zusammen lebt und arbeitet. Und sie sind auch zusammen gestorben.“ Die gemeinsame, schwere Arbeit und das gemeinsame Leid – sie haben zusammengeschweißt.

„Wir öffnen unsere Türen und unsere Herzen.“

Recep Akdag

Er kenne viele Gemeinden in Hessen, sagt Akdag, aber nur in wenigen seien die Beziehungen so gut. Doch es könne immer noch besser werden. Ein Grund für die Borkener, erneut zu einem Kulturfestival einzuladen (siehe Artikel unten). „Wir öffnen unsere Türen und unsere Herzen“, sagt Akdag.

Das Konzept scheint aufzugehen. Bei den Veranstaltungen in der Vergangenheit seien oft mehr als die Hälfte der Gäste Deutsche gewesen.

137 Mitglieder zählt die Gemeinde in Borken und der Umgebung, vor 20 Jahren, waren es 84, erinnert sich der Vorsitzende. Seitdem hat sich in der Gemeinde einiges verändert.

So gibt es seit einiger Zeit einen Frauenvorstand, der eigene Veranstaltungen wie eine „Ladies Night“ organisiert. Die Frauen hätten schon immer viel hinter den Kulissen gewirkt, nun sollten sie in der Öffentlichkeit besser sichtbar werden, findet Akdag.

Frauen gegen Klischees

Die erste Generation der Türken, die nach Borken kamen, waren klassische Arbeiter. In der nächsten Generation hat sich auch das verändert. Recep Akdags Tochter Merve etwa studiert in Marburg Englisch und Ethik – sie will Lehrerin werden. Die 22-Jährige ist im Frauenvorstand der Gemeinde ebenso wie Nurhan Akkyoum, die als Praxismanagerin und Qualitätsbeauftragte im Gesundheitswesen tätig ist.

Auch sie sagt, dass das Zusammenleben in Borken gut funktioniere. Natürlich gebe es in manchen Köpfen das falsche Klischee von Musliminnen, die ein Kopftuch trügen und nicht viel könnten. Merve Akdag, die selbst kein Kopftuch trägt, sagt: „Das Kopftuch bedeckt nur die Haare, nicht das Gehirn.“

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Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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