Der Tag nach dem Großfeuer im Schwalmgymnasium: Ärger über Schaulustige

Schwalmstadt. Einen Tag nach dem verheerenden Brand, der einen Teil des Schwalmgymnasiums in Treysa vernichtete, zieht die Feuerwehr Bilanz. Die fällt insgesamt gut aus. Die Einsatzkräfte ärgern sich allerdings über einige Schaulustige, die die Löscharbeiten behinderten.

Wichtige Information für Schüler und Lehrer:

Am Montag und Dienstag fällt der Unterricht aus.

Bis in die frühen Morgenstunden dauerten der Abriss und Abtransport von zwei Dritteln des völlig zerstörten Gebäudetrakts. Im Pendelverkehr, so die Vize-Stadtbrandinspektoren Helge Stuhlmann und Stefan Kürschner, verließen Laster die Schule. In den ersten Stunden der Nacht mussten alle Lkw-Fuhren an einer Station am Industriegebiet Ziegenhain Nord abgelöscht werden, da die glimmenden Trümmer im Fahrtwind erneut in Brand gerieten.

Fotos vom Einsatz

Brand im Schwalmgymnasium

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Die verkohlten Gebäudereste lagern jetzt auf einer befestigten Fläche im ehemaligen Munitionsdepot Rörshain. Auch dort mussten Feuerwehrleute noch Trümmer löschen. Fünf Laster, zwei Bagger und ein Radlader waren bis gegen 4 Uhr im Einsatz. Gestellt wurden sie von einem Schwalmstädter Fuhrunternehmen, der Stadt Schwalmstadt und dem THW Homberg. Die Brandwache versahen umschichtig die Wehren Michelsberg, Trutzhain, Rörshain und Niedergrenzebach.

Fotos vom Tag danach

Der Tag nach dem Großfeuer im Schwalmgymnasium

Noch am Sonntagvormittag stieg aus den verbliebenen Trümmern etwas Rauch auf. Für die Ermittler wurde das vordere Gebäudeteil des Fachtrakts noch belassen: Dort, so die Vermutung der Kriminalpolizei, hatte das Feuer seinen Ausgang genommen. Am Sonntag gab es noch keinen neuen Stand zur Brandursache, bislang kann nur eine natürliche Ursache wie Blitzschlag ausgeschlossen werden.

Großbrand im Schwalmgymnasium: Der Tag danach

Die vorläufige Bilanz der Schwalmstädter Feuerwehr: Die Großeinsatzlage wurde gut gemeistert. Nach Angaben von Helge Stuhlmann war es das gößte Feuer seit dem Brand des Bekleidungshauses Heynmöller vor Jahren. Bis zu 18 Kräfte bekämpften den Brand unter Atemschutz, zeitweilig waren 100 Kräfte im einsatz. Ein Mann erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung, ein anderer Schnittverletzungen durch berstende Scheiben. Die umstehenden Gebäude vor den Flammen und der Hitze abzuschirmen, sei fast von Beginn an die Hauptstoßrichtung der Feuerwehr gewesen, erklärten die Vize-Stadtbrandinspektoren. Der Fachtrakt sei nicht zu retten gewesen.

Das Gebäude war vor etwa 30 Jahren als Provisorium in Ständerbauweise errichtet worden. Noch nicht abgetragene Stahlstützen zeigten sich am Sonntag stark verbogen, ein Hinweis auf die enorme Hitze während des Feuers.

Ärger über Schaulustige

Sehr negativ werten Stuhlmann und Kürschner das Verhalten vieler Schaulustiger. Die Sperrung der Ascheröder Straße sei vielfach ignoriert worden, Neugierige seien zwischen den Rettungskräften und Fahrzeugen umhergelaufen und hätten dabei die Arbeiten behindert.

Ausgefallen war wegen des Feuers die für Samstagabend vorgesehene Jahreshauptversammlung der Wehr Treysa. Die mit der Essenslieferung beauftragte Metzgerei Becker lieferte kurzerhand auf den Hof der Brauerei Haaß gegenüber der Schule. Für die Verpflegung mit Getränken sorgte die Brauerei.

Die umliegenden Schulgebäude wurden durch die große Hitze teils erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die gesamte innere Front des Klinkerneubaus ist betroffen, Scheiben sind zerborsten, auch die Fensterrahmen sind zum Teil verzogen, so dass die Klassenräume in dem dreigeschossigen Gebäude zumindest auf der Innenseite unbenutzbar sein dürften. Zerstört sind auch die Fenster der Schulturnhalle auf der Brandseite. Die Schäden in der Mensa stammen vom herabgeströmten Löschwasser und von Rauchgasen. Noch immer stehen große Wasserlachen auf dem Boden, auch im Gang davor steht der Boden unter Wasser, Ruß klebt an den Wänden.

Erheblich beeinträchtigt ist das Hausmeisterehepaar im direkt benachbarten Haus. Wegen der Brandgase hatte die Feuerwehr den Menschen dort vom Schlafen abgeraten. Alle Zimmer müssen zunächst gründlich gereinigt, alle Textilien wie Gardinen gewaschen werden, erfuhr die HNA vor Ort.

Zu den befürchteten weiteren Waserrohrbrüchen im Stadtgebiet kam es nicht. Druckschwankungen im Wasserleitungsnetz hatten am Samstagnachmittag während des Löscheinsatzes zu einem Rohrbruch am Ortsausgang Richtung Ascherode geführt.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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