Feuer für die Meiler - Köhler sorgen sich wegen steigender Holzpreise

Jesberg. Wo Holzkohle heute industriell in Fabriken hergestellt wird, baute man vor Jahrhunderten noch Meiler. Dieses Brauchtum pflegen noch viele Vereine. Der europäische Köhlerverein zählt alleine 1400 Mitglieder in sieben Ländern.

Dessen Präsidium tagte am Wochenende in Jesberg und schaute bei den Kellerwald-Köhlern am Diebelsborn vorbei. Die Hobbyköhler beschäftigt zurzeit der steigende Holzpreis.

Der drücke ein wenig auf die Stimmung. „Gewinn machen wir ohnehin nicht mit der Holzkohle, die wir herstellen“, sagte der Vorsitzende des Jesberger Köhlervereins, Norbert Gepperth. Wenn sie sich um den kokelnden Meiler kümmern, und ihn Tag und Nacht bewachen, dann tun sie das aus Leidenschaft für das Handwerk. Verschiedene Techniken.

Das war auch für den Präsidenten des europäischen Köhlervereins, Heinz Sprengel aus Sosa, der Grund, sich mit den Vereinen in verschiedenen Ländern zu verbinden: „Es gab von Land zu Land verschiedene Arten Holzkohle herzustellen. Das interessierte mich.“ So stehen Techniken wie das Stapeln des Holzes und geschichtliche Hintergründe der Köhler im Interesse der Brauchtumspflege. „Köhler gibt es mindestens seit man Erz bearbeitet“, sagte Sprengel.

Und das allein sei es wert, die Tradition zu bewahren und weiterzugeben. Deshalb ist die Jugendarbeit ein Ziel der Vereine. Und auch in der Zukunft gibt er Holzkohle Bedeutung. „Holzkohle ist reine Energie“, sagte er. Im kommenden Jahr feiert der europäische Verein sein 15-jähriges Bestehen.

Dann wollen sich die Köhler in Straßburg treffen. Vorerst pflanzten sie aber drei Elsbeeren am Diebelsborn und zündeten die beiden historischen Meiler aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs an. (zty)

Quelle: HNA

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