Feuerwehr-Einsatz

Feueralarm bei Wikus: 21 Einsatzkräfte bei Übung vor Ort

Wenige Minuten nach dem Alarm sorgten die Spangenberger Einsatzkräfte für die Wasserversorgung.
+
Wenige Minuten nach dem Alarm sorgten die Spangenberger Einsatzkräfte für die Wasserversorgung.

Es ist 9:36 Uhr. Der ohrenbetäubende Feueralarm in der Wikus Sägenfabrik in Spangenberg ertönt. Aus der Halle strömen Dutzende von Arbeitern und finden sich auf dem Parkplatz zusammen.

Spangenberg – Offenbar ist ein Feuer ausgebrochen – Ursache unbekannt. Nach wenigen Minuten trifft der erste Einsatzwagen der Spangenberger Feuerwehr ein. Was auf den ersten Blick nach großer Dramatik aussieht, ist aber nur eine Feuerwehrübung. Die Mitarbeiter sind nicht informiert. Nur eine Handvoll Menschen weiß Bescheid. Unter anderem Stefan Schwenda, Brandschutzverantwortlicher bei Wikus. „Die Feuerwehr war innerhalb von wenigen Minuten vor Ort“, freut er sich, während er den Ablauf des Einsatzes auf einem Klemmbrett dokumentiert.

Einsatzwagen schnell vor Ort

Mittlerweile ist auch die Elbersdorfer Feuerwehr mit einem Einsatzfahrzeug angerückt. Ein zweiter Wagen der Spangenberger Wehr steht vor dem Tor des Werks. Stefan Schwenda ist währenddessen auf dem Weg zum Einsatzleitwagen, der auf dem Parkplatz steht und von dem die Übung koordiniert wird.

„Wir haben zwei vermisste Elektriker“, informiert er Jürgen Schüssler, der im Leitwagen sitzt. Damit meint Schwenda eine Puppe, die vorher versteckt wurde und einen Mitarbeiter, der simuliert, sich wegen des Brands auf das Dach gerettet zu haben. Doch wo die beiden Vermissten sind, weiß die Feuerwehr noch nicht. Ein Angriffstrupp macht sich bereit, um das vermeintliche Feuer im Werk zu lokalisieren. Mit einem Schlauch machen sich die Feuerwehrleute auf den Weg in das Werk – in diesem Fall ohne Wasser.

Vermisste werden schnell gefunden

Minuten später wird der erste vermisste Elektriker, die Puppe, mit einer Trage aus dem Gebäude geholt. Mittlerweile rückt ein Fahrzeug mit einer Drehleiter an. Die Brandschützer haben herausgefunden, dass sich der zweite Vermisste auf dem Dach befindet. Einsatzleiter Jan Steffen informiert den Drehleiter-Trupp ruhig aber schnell. Der gewaltige Wagen rollt vor das Gebäude. Langsam fährt sich die Leiter aus. Ein Feuerwehrmann steigt in den Korb, sichert sich mit Gurten und gibt ein Zeichen, dass es losgehen kann. In schwindelerregender Höhe befördert er den vermeintlich Vermissten in den Korb der Drehleiter. Feuerwehrmann und Elektriker kommen unbeschadet unten an.

In Windeseile in der Luft: Mit der Drehleiter rettete die Spangenberger Feuerwehr bei der Übung einen Wikus-Mitarbeiter, der so tat, als sei er auf dem Dach der Fabrik gefangen.

Währenddessen klärt Schwenda die Mitarbeiter auf dem Parkplatz auf. „Es war nur eine Übung. Das Verlassen des Gebäudes hat gut geklappt.“ Anschließend gehen alle wieder an ihre Arbeit.

Zufrieden resümiert Feuerwehrmann Jürgen Schüssler den Einsatz: „Dafür, dass es Dienstagmorgen ist, sind viele Einsatzkräfte gekommen – 21 waren es.“

Auch Dr. Jörg Kullmann, Geschäftsführender Gesellschafter von Wikus, ist zufrieden. „Das Wichtigste ist Prävention. Nur so sind wir für den Ernstfall gewappnet. Der Überraschungsmoment war heute entscheidend“, dankt er den Einsatzkräften.

Von Clara Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare