Hessische Waldarbeitermeisterschaften: Mit Feuereifer an der Säge

Hartmut Keim zeigt die Disziplin des Ertastens: Eingesteckte Holzstäbe stellen die Äste dar, die bei den Waldarbeitsmeisterschaften präzisionsgenau abgesägt werden müssen. Foto: Thiery

Remsfeld. Es gibt Menschen, die haben eine Leidenschaft für ihren Beruf und brennen über die Arbeitszeit hinaus dafür. Bei Hartmut Keim ist das nicht anders. Auch wenn der Remsfelder nun in der Altersteilzeit und zu Hause ist, geht der Forstwirt doch noch mit Feuereifer dem Kettensägen nach.

Eigens dafür organisiert er am kommenden Wochenende die 12. Hessischen Waldarbeitsmeisterschaften im Remsfelder Gewerbegebiet. Dann werden 80 Teilnehmer im Wettkampf zeigen, was sie vor allem im Wald machen: Die Motorsäge präzise ansetzen, in Windeseile Bäume fällen und Äste entfernen.

Hartmut Keim ist seit 2004 Mitglied im hessischen Verband. „Wir wollten uns messen, aber auch zeigen, wie wir arbeiten,“ sagt Keim. Er meint schon, dass da Fantasten am Werk sind. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft.“ Die Wettkämpfe seien durchaus sportlich. Man müsse gut trainiert sein. Er selbst ist mit 62 Jahren einer der ältesten Teilnehmer, alle anderen seien deutlich jünger. Teilnehmen dürfen nur Waldarbeiter und Forstwirte. „Das ist nichts für Laien“, sagt Keim.

Fünf Disziplinen 

Kraft und Ausdauer sind in den Disziplinen gefragt. Und davon gibt es fünf. Zunächst wird der schnelle Wechsel der Ketten an der Maschine demonstriert, es folgt der Kombinationsschnitt, wobei Scheiben in bestimmten Abständen und mit spezieller Schnitttechnik von einem Baumstamm abgesägt werden. Beim Präzisionsschnitt ist der rechte Winkel von Bedeutung und das Ertasten wird mit Hilfe von Stäben simuliert, die in einen Baumstamm eingesetzt werden. Die Königsdisziplin ist das Baumfällen.

Für all das braucht es viel Vorbereitung, weil im Remsfelder Gewerbegebiet zwar viel Platz ist, aber kein Baum steht. Dafür werden Baumstämme mit Pflöcken in den Boden gerammt, die dann in Windeseile abgesägt werden müssen. Spannung verspricht Keim dem Zuschauer durch die Schnelligkeit in den Disziplinen und mit den großen Waldarbeitsmaschinen, die eingesetzt werden.

Er erwartet bis zu 4000 Zuschauer zu dem Spektakel. 40 Schiedsrichter und 17 Helfer sind im Einsatz. Die Gewinner werden an der deutschen Meisterschaft teilnehmen.

Begleitend gibt es eine Ausstellung für Waldarbeitswerkzeuge, der Holzmichel aus Remsfeld und der Baumläufer aus Oberbeisheim sind mit dabei. Die Freiwillige Feuerwehr Remsfeld sorgt für die Bewirtung, der Eintritt ist frei. Es gibt eine Tombola, Hauptgewinn ist eine Holzbank. Der Erlös kommt dem Kindergarten in Remsfeld zugute.

Das Programm beginnt am Samstag, 18. Juli um 8.30 Uhr, am Sonntag, 19. Juli startet es um 9 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Wettbewerbsgelände.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare