Langfristig soll ein Neubau her – Kritik an Bürgermeister Volker Steinmetz

Feuerwache wird saniert

Hartmut Wagner

Gensungen. Das Feuerwehrhaus in Gensungen wird saniert, langfristig soll aber ein Neubau her – darüber war sich das Stadtparlament in Felsberg einig. Der Weg zu einem entsprechenden Beschluss war aber steinig und geriet zu einer Generalabrechnung mit der Arbeit von Bürgermeister Volker Steinmetz.

Dass das Thema die Felsberger bewegt, zeigte ein Blick in den Bürgersaal: Viele Zuschauer und Mitglieder der Feuerwehr waren zur Sitzung gekommen.

Für die Brandschützer ist das alte Feuerwehrhaus im St.-Albans-Weg ein drängendes Problem: Enorme Sicherheitsmängel gefährdeten dort die Gesundheit der Retter, erklärte Hartmut Wagner, Stadtverordneter (SPD) und Wehrführer.

Das Gebäude sei beispielsweise viel zu klein, durch die immer größeren Einsatzfahrzeuge könne es zu tödlichen Unfällen kommen. „Wir brauchen 200 000 Euro, um das Ding auf Vordermann zu bringen“, sagte er. Vom Bürgermeister gab es dazu auch gar keinen Widerspruch: „Wir wollen der Feuerwehr in einem vertretbaren Finanzrahmen helfen, die Mängel abzustellen und über einen Bedarfsplan einen Neubau zu realisieren“, sagte Steinmetz.

Trotzdem handelte er sich heftige Kritik ein: Denn auf den neuen Feuerwehr-Bedarfsplan wartet das Stadtparlament seit Monaten. „Der hätte 2011 fertig sein müssen“, sagte Wagner. Und dass Steinmetz sich öffentlich in den Medien über die jüngste Entwicklung in Sachen Feuerwehrhaus geäußert hatte, nahmen ihm viele Fraktionen ebenfalls übel: „Das geht so nicht, dass wir das über die Presse erfahren. Sie erkennen dieses Gremium nicht an“, sagte Hilmar Löber (SPD).

Auch mit der Feuerwehr habe niemand gesprochen, erklärte Michael Frommann (Grüne): „Das ist so nicht in Ordnung.“ Klaus Döll (CDU) schlug in die gleiche Kerbe und warf Steinmetz vor, es sei schwierig, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Außerdem: „Es geht in Felsberg in vielen Bereichen nicht voran.“

Einigen Stadtverordneten ging die Kritik zu weit: „Es scheint populär zu werden, dem Bürgermeister die Schuld zu geben“, sagte Jochen Pschibul (Grüne). Er erinnerte daran, dass die Mängel im Feuerwehrhaus lange bekannt sind. Und Werner Rippel (FDP) rief Parlaments-Kollegen auf, sich bei der Erstellung des Bedarfsplans einzubringen: „Sie sind doch in der Feuerwehr!“

Am Ende war der Beschluss einstimmig: Der Magistrat der Stadt soll nun den Förderantrag für einen Neubau stellen. Der Standort St.-Albans-Weg soll mit maximal 150 000 Euro saniert werden, der Bürgermeister soll die Unterlagen für den Bedarfsplan einem Arbeitskreis des Parlaments vorlegen, deren Mitglieder bei der Erstellung helfen. (gör)

Archivfoto: Müller-Neumann

Quelle: HNA

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