Brandschützer sind offen für Vorschlag

CDU für Feuerwehr-AGs an Schulen

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In der Diskussion: Die Kreis-CDU fordert Feuerwehr-Arbeitsgemeinschaften an Schulen. Das Thema Brandschutzausbildung an Schulen ist für die Feuerwehr Wolfhagen nicht unbekannt. Hier ein Bild aus dem Jahre 2007 mit Teilnehmern der Wilhelm-Filchner-Schule im Stützpunkt der Kernstadt-Wehr. Foto: Feuerwehr/nh

Wolfhagen. Das Thema Feuerwehr-Unterricht an Schulen beschäftigt weiter die Politik: Nun will die Kreis-CDU statt der bisherigen Variante eines Unterrichtsfaches die Einführung von so geannnten AGs (Arbeitsgemeinschaften) prüfen lassen. Einen entsprechenden Antrag wollen die Christdemokraten bei der kommenden Kreistagssitzung am Donnerstag, 10. Juli in Naumburg einbringen.

In einer Pressemitteilung der CDU heißt dazu unter anderem, „dass AGs aufgrund ihrer Flexibilität, Gestaltungsfreiräume, niedrigeren Anforderungen an die Feuerwehr, unverschulten Strukturen und jahrgangsübergreifenden Zusammensetzungen die beste Lösung darstellen.“

Durch diese Lösung würden keine anderen berufsbildenden Wahlpflichtfächer ver-drängt und man böte den Schülern einen unverbindlichen Erstkontakt mit dem Themenfeld Brandschutz und den Aufgabenfeldern der Feuerwehr. Des Weiteren hätte die Beurteilung innerhalb einer AG keinen Einfluss auf die Versetzung eines Schülers, heißt es weiter.

Grundsätzlich stehe man dem Vorstoß offen gegenüber, sagt Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst. Der Chef von 285 Brandschützern, fast ausnahmslos ehrenamtlich engagiert, hat aber auch Bedenken: „Die Frage ist, wer soll das machen?“ Derartige AGs könnten nur am Nachmittag laufen, da müsste man sich natürlich Gedanken machen, wer das leisten kann, sagt Brunst in Anspielung auf die ohnehin hohe Belastung der ehrenamtlichen Brandschützer. Alles übers Ehrenamt abzuwickeln, könne allerdings nicht funktionieren, sagt Brunst.

Nach Meinung von Brunst müssten mindestens zwei Wochenstunden, je zur Hälfte Theorie und Praxis, angesetzt werden, um einen entsprechenden Lerneffekt zu erzielen. Ein Vorteil der Wolfhager Wehr, aber auch die große Ausnahme, seien drei hauptamtliche Mitarbeiter. Einer von ihnen könnte sich theoretisch um die Schul-AG kümmern - dann würden andere Arbeiten aber liegenbleiben.

Deshalb appeliert der Stadtbrandinspektor an die Politiker, derartige Ideen auch bis zum Ende zu denken und dabei die Konsequenzen für alle Beteiligten zu berücksichtigen. Der Stellvertreter von Frank Brunst, Matthias Müller, biete bereits seit einiger Zeit Brandschutz als Themenbereich an der Förderschule der WFS an - dies sei allerdings nur möglich, da Müller hauptberuflich als Lehrer arbeitet.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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