Feuerwehr und DLRG warnen vor Betreten zugefrorener Gewässer

Zugefroren: An der Zwei-Pfennig-Brücke in Melsungen war die Fulda gestern bis kurz vors Wehr komplett mit einer Eisschicht bedeckt. Dort, wo der Fluss schneller fließt, ist die Eisschicht meist dünner. Das macht das Betreten der Fläche sehr gefährlich. Foto: Thiery

Nach frostigen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sind die Flüsse und Seen im Altkreis teils zugefroren. Auf dem Beiseförther See zum Beispiel tummeln sich derzeit zahlreiche Eisläufer. Aber die Feuerwehr warnt: Auch wenn die Oberfläche durchgängig gefroren ist, kann das Eis an einigen Stellen noch sehr dünn sein.

Das gilt laut Stadtbrandinspektor Frank Ebert insbesondere für fließende Gewässer. Es bestehe immer die Gefahr, ins Eis einzubrechen.

Wer sich auf die zugefrorene Fulda wagt, geht ein erhebliches Risiko ein, so Ebert. Dort, wo der Fluss schneller fließt, ist die Eisschicht wesentlich dünner. „Aber den Unterschied zwischen dickem und dünneren Eis sieht man auf der Oberfläche nicht“, sagt Ebert. Die Suche nach jemandem, der auf einem Fluss eingebrochen ist, gestalte sich zudem enorm schwierig, da die Strömung die Person unter dem Eis mitreiße. Eine Freigabe für Flüsse und Seen im Altkreis, da ist sich Ebert sicher, würden weder die Feuerwehr noch die Gemeinden aussprechen - auch wenn das Thermometer weiter zweistellige Temperaturen anzeigt. „Das Risiko ist einfach viel zu groß.“ Das bestätigt auch das Wasser- und Schiffahrtsamt Hann. Münden, der Eigentümer der Wasserstraßen auf der Fulda. „Für unsere Wasserstraßen erteilen wir grundsätzlich keine Freigabe“, heißt es auf HNA-Anfrage.

Hilfe holen

Wenn man sieht, dass jemand ins Eis einbricht, sollte man umgehend die 112 wählen, sagt Horst Lothar Knötig, Vorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Guxhagen-Melsungen. „Aber niemals selbst aufs Eis gehen.“ Die DLRG sei mit einem speziellen Eisrettungsboot ausgestattet.

Hier kann man Eislaufen

Zwar auch auf eigene Gefahr, aber auf jeden Fall ohne Einbrechgefahr kann man in Melsungen und Körle Eislaufen. In Melsungen wurde der Skaterplatz am Sand mit Fuldawasser geflutet. „Ich denke, ab morgen ist der Platz befahrbar“, sagt Karl Trieschmann vom Bauhof. Derzeit ist die Fläche noch abgesperrt. Drei bis 15 Zentimeter dick ist das Eis auf dem Skaterplatz. Den Multifunktionsplatz neben dem Feuerwehrhaus in Körle hat die Gemeinde mit Wasser geflutet. Seit dem Wochenende ist die Eisfläche zum Schlittschuhlaufen freigegeben.Am Samstag fand eine spontane Eisparty mit Glühwein, Bratwurst und Musik statt, erzählt Bürgermeister Mario Gerhold. „Vielleicht wiederholen wir das in den kommenden Tagen.“ Die Eisbahn in Körle ist beleuchtet, sodass man auch am Abend noch aufs Eis kann.

Bereits 2011 hatte die Gemeinde versucht, den Platz zu fluten, damals erwies sich eine Rinne als undicht. Zudem war es nicht lange genug kalt. Die Rinne wurde nun abgedichtet. So kann der Multifunktionsplatz zum ersten Mal als Eisbahn genutzt werden.

Feuerwehr übte Rettung auf Eis

Wie brüchig das Eis auf offenen Gewässern ist, bekamen die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei ihrer Ausbildung am Montag gezeigt. Ausbilder Fabian Schmoll hatte einen Zug der Melsunger Feuerwehr zur Fulda oberhalb der St. Georgs-Brücke geholt, um eine Eisrettung zu üben. Die Feuerwehrleute trugen spezielle wasserundurchlässige Anzüge, die auch vor Kälte schützen.

Mit Rettungsleinen gesichert, ging Markus Dickel auf das Eis, das auch einige Meter vom Ufer entfernt noch so dick war, dass er Luftsprünge darauf machen konnte. Doch wenige Zentimeter weiter, ohne dass das Eis eine sichtbare Veränderung zeigte, brach er plötzlich ein. Von selbst wieder auf die Eisfläche zu klettern, gelang ihm nicht. Vom Ufer aus krochen die Retter Lennart Rauch und Oliver Auel zu ihm und zogen ihn aus dem Wasser über das Eis an Land. Diese Rettung gestaltete sich sehr schwierig. Bei weiteren Versuchen zogen die Retter Dickel aus dem Wasser auf eine Schauffeltrage und dann darauf an Land. Außerdem verwendeteten sie in einem weiteren Versuch eine Steckleiter, um sich mit möglichst großer Auflagefläche auf dem Eis zu bewegen.

Schmoll betonte, dass die Feuerwehr nur helfen könne, solange sich die Person noch nicht unter dem Eis befinde. Ansonsten müssten Spezialkräfte der Wasserrettung ausrücken. (zot)

Quelle: HNA

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