Erster Einsatz bei Sturm Friederike

Feuerwehren in Frielendorf werden jetzt zentral geleitet

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Gesamtlage im Blick: Im Frielendorfer Rathaus sammelte die Führungsstaffel während des Sturms die Informationen.

Frielendorf. Bei der Frielendorfer Feuerwehr koordinierte beim Sturmtief Friederike erstmals eine Führungsstaffel die Einsätze aus ihrer Zentrale im Rathaus. Fragen und Antworten. 

Warum gibt es in Frielendorf eine Führungsstaffel?

Frielendorf hat in 16 Ortsteilen 13 Feuerwehren mit knapp 280 Einsatzkräften. Bei einer Großschadenslage wie Sturmtief Friederike galt es, die Gesamtlage im Blick zu behalten und den Einsatz und die Kommunikation von acht Feuerwehren im Gemeindegebiet zu koordinieren, erklärt der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Michael Bahn.

Welche Aufgaben nimmt die Führungsstaffel wahr?

Die Einheit mit 16 Mitgliedern aus allen Frielendorfer Wehren ist wie ein militärischer Stab organisiert und hat Gesamtlage im Blick. Die Führungseinheit sammelt Informationen und entlastet damit die Leiststelle Schwalm-Eder. "Durch die Häufigkeit der Mobiltelefone wird inzwischen jeder umgestürzte Baum mindestens sechs Mal gemeldet", sagt der Leiter der Führungsstaffel Markus Scherer.

Um welche Informationen ging es bei Sturmtief Friederike?

Erstmals bei einer derartigen Schadenslage war ein Frielendorfer Ortsteil von der Außenwelt abgeschnitten. Großropperhausen war wegen umgestürzter Bäume über keine Zufahrtsstraße mehr zu erreichen. "Was können wir machen?, fragten wir uns", erzählt Bühn. Schnell war klar, zumindest Rettungswege müssen frei sein. Es wurde erreicht, dass zumindest die Straße in Richtung Ziegenhain für die Rettungsdienste wieder befahrbaren werden konnte, schildern Bühn und Scherer das Geschehen.

Welche Entscheidungen muss die Führungsstaffel treffen?

Während der Orkan Friederike tobte, mussten die Einsätze priorisiert werden. Zum Beispiel erhielt der mit 15 Schulkindern besetzte Bus, der zwischen umstürzenden Bäumen zwischen Niedergrenzebach und Schönborn feststeckte, die höchste Dringlichkeitsstufe, so Scherer. Ein Schulkind hatte über ein Mobiltelefon einen Feuerwehrmann aus Großropperhausen über die Ereignisse informiert. Der setzte eilig einen Notruf ab, während sich die Kinder am Boden des Busses zwischen den Sitzen versuchten zu schützen, erzählt Bühn. Die Einsatzkräfte konnten die Kinder in Sicherheit bringen.

Wie brenzlig war die Lage bei dem Orkan der vergangenen Woche für die Feuerwehrleute?

Der Bus im Wald zwischen Niedergrenzebach und Schönborn musste stehen bleiben, mehr ging nicht: "Es war für die Feuerwehrleute lebensgefährlich, in den Wald zu gehen", sagt Bühn. Er unterstreicht, dass in solchen Fällen nur überprüft wird, ob jemand in einem betroffenen Waldstück feststeckt, dann wird es gesperrt. Gefährlich: Die Sperrung wegen Sturmschäden auf der Straße zwischen Verna und Roppershain hätten einige Autofahrer einfach ignoriert und seien dennoch durch den Wald gefahren, berichtet der stellvertretende Gemeindebrandinspektor.

Wieviele Einsätze mussten die acht Frielendorfer Feuerwehren am Donnerstag leisten?

Das war gestern noch nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass der Funkverkehr der Führungsstaffel, der schriftlich dokumentiert ist, einen Aktenordner füllen wird.

Quelle: HNA

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