Feuerwehr: Stadt will Anbau statt Container

Um dieses Gelände geht es: Mit einem Anbau an eine Fahrzeughalle will die Stadt Felsberg 70 Prozent der Mängel abstellen, die der Feuerwehrtechnische Prüfdienst beanstandet hat. Foto: Wenderoth

Felsberg. Die nach dem Homberger Giftunfall neu aufgeflammte Auseinandersetzung ums Gensunger Feuerwehrgelände hat eine neue Dimension erreicht: Während sich die Feuerwehr Felsberg/Gensungen in der vergangenen Woche mit Blick auf fehlende Duschen und andere Mängel einmal mehr für die Entwicklung des Geländes mit Containern stark machte, setzt die Stadt auf einen Erweiterungsbau, für den noch im Frühjahr der Grundstein gelegt werden soll.

Bürgermeister Volker Steinmetz, der den Brandschützern im November eine Prüfung der Containerlösung zugesagt hatte, legte zusammen mit Stadtbrandinspektor Klaus Simon und dessen Stellvertreter Stefan Dippel am Donnerstag unter anderem folgende Beweggründe für den Erweiterungsbau dar:

• Zur Container-Lösung hieß es, diese koste nach Berechnungen eines Sachverständigenbüros rund 320 000 Euro und nicht wie von der Feuerwehr geschätzt 200 000 Euro. Damit verringere sich die Differenz zu den Kosten des Anbaus, der 590 000 Euro kosten werde, wobei mit diesem Geld noch andere Dinge wie eine neue Heizungsanlage für eine bestehende Halle bezahlt werden könnten. Während der Neubau dauerhaft Bestand habe, müssten die Container spätestens nach zehn Jahren abgebaut werden, das Geld wäre dann weg und die Feuerwehr stünde vor den gleichen Problemen wie heute.

• Zum Feuerwehrstandort Gensungen hieß es, das Stadtparlament habe im November eine Entscheidung für die Weiterentwicklung des bestehenden Geländes gefällt. Angesichts zunehmender Leerstände müsse die Stadt das Areal und sein Umfeld beleben und dürfe nicht auf der grünen Wiese von vorne anfangen. Außerdem sei die Felsberger Wehr als größte der zwölf Stadtteilwehren in der Regel in allen Stadtteilen an Löscharbeiten beteiligt und müsse von ihrem Standort aus einerseits jeden Winkel der Drei-Burgen-Stadt zügig erreichen, andererseits sofort in Felsberg, Gensungen und Altenburg zur Stelle sein, Stadtteile also, in denen über die Hälfte der Einwohner Felsbergs lebten. Steinmetz: „Das hat eine Ausstrahlung auf alle Feuerwehren.“

• Zum Standortkonzept hieß es, mit dem Erweiterungsbau könne die Stadt 70 Prozent der Mängel beseitigen, die der Feuerwehrtechnische Prüfdienst entdeckt habe.

So werde es in dem geplanten Gebäude unter anderem Duschen, Umkleideräume für Frauen wie Männer und Mädchen wie Jungen, eine Küche und einen Jugendraum sowie einen direkten Zugang zu einer der Fahrzeughallen geben. Restmängel müssten langfristig beseitigt werden. Dazu gehörten in der Hauptsache fehlende Parkflächen und eine getrennte Zu- und Abfahrt auf dem Gelände.

Zukauf von Flächen

Langfristig könne man sich berechtigte Hoffnungen auf eine Erweiterung des Geländes machen. In direkter Nachbarschaft bestünden zwei vielversprechende Optionen: der Ankauf eines Grundstücks mit einem Fachwerkhaus, das die Denkmalbehörde mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Schutzstatus entlassen würde, und der Ankauf eines Grundstücks mit der Alten Schule.

• Zur Entscheidungsfindung hieß es, die Wehr Felsberg/Gensungen sei bei der Abwägung zwischen den Alternativen Container und Erweiterungsbau immer einbezogen worden. Ein breites fachliches Bild habe aber ergeben, dass der Stadt- und der Kreisbrandinspektor, ein Architektur- und Sachverständigenbüro, das städtische Bauamt, der Feuerwehrtechnische Prüfdienst, die Unfallkasse und eine Mehrheit im Stadtparlament sich für die Entwicklung des Standorts und einen Erweiterungsbau aussprächen. Die Entscheidung für den Erweiterungsbau sei schließlich auch keine, die am Grünen Tisch gefallen sei. Vielmehr seien einschließlich der Feuerwehr Felsberg-Gensungen selbst alle betroffenen Stellen gehört worden. Kommentar

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare