Mitgliederrückgang um 25 Prozent – Eine Ursache ist G 8

Den Feuerwehren fehlt der Nachwuchs

Schwalm-Eder. Die Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis leiden unter Nachwuchsmangel. Damit werde es immer schwieriger, den Brandschutz im Landkreis zu gewährleisten, sagt Kreisbrandinspektor Werner Bähr.

Im Jahr 2000 hatten die Jugendfeuerwehren im Landkreis noch 2864 Mitglieder. 2012 waren es nur noch 2127. Zahlen für das Jahr 2013 liegen noch nicht vor – „aber der Trend ist eindeutig“, sagt Kreisbrandinspektor Bähr. „Irgendwann wird man drei, vier Jugendfeuerwehren zusammenlegen müssen.“ Auch in den Einsatzabteilungen geht die Zahl der Feuerwehrleute zurück: von 5600 im Jahr 2000 auf 5278 im vergangenen Jahr.

„Junge Leute engagieren sich heute lieber kurzfristig in Projekten als auf Dauer in einem Verein wie der Feuerwehr“, erklärt Bähr. Das hänge auch mit der verkürzten Schulzeit (G 8) und dem Ganztagsunterricht zusammen. „Da haben Schüler einfach keine Zeit mehr, abends um sechs noch Feuerwehrübungen zu machen.“

Doch die Freiwilligen Feuerwehren investieren viel Zeit und Geld in die Ausbildung von Brandschützern. Das lohne sich nur, wenn jemand auch bereit sei, mehrere Jahre dabei zu bleiben. „Freiwillige Feuerwehrarbeit ist fast wie ein Beruf“, stellt Bär klar. Die Feuerwehren leiden auch unter dem demographischen Wandel: „Wenn in Hesserode nur noch jedes zweite Jahr ein Kind geboren wird, reicht das nicht mehr, um eine Jugendfeuerwehr aufzustellen“, sagt Bähr. Und ohne Jugendwehren wird es auch für Einsatzabteilungen schwieriger, Freiwillige zu begeistern. Hinzu kommt, dass immer mehr junge Leute wegziehen – dorthin, wo es Arbeit gibt.

„Ich kämpfe für den Erhalt jeder Feuerwehr im Landkreis“, sagt Bähr. Denn der Brandschutz mit Freiwilligen Feuerwehren funktioniere nur, weil es mehr als 5000 Brandschützer im Landkreis gebe. ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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