Hoher Schaden an Pellet-Transporter

Feuerwehren verhindern auf Rasthof bei Niederelsungen Brand der Ladung

Beim Rasthof bei Niederelsungen drohten 25 Tonnen Pellets in Brand zu geraten
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Beim Rasthof bei Niederelsungen drohten 25 Tonnen Pellets in Brand zu geraten .

Ein Transporter mit 25 Tonnen Pellets hat auf dem Rasthof bei Niederelsungen gebrannt.

Niederelsungen – Dass Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen ist Schwitzen kommen, ist keine Seltenheit, meist sind es die Flammen, die für die schweißtreibenden Temperaturen sorgen. Am Montagabend brachte ein nicht ganz gewöhnlicher Einsatz, bei dem voller körperlicher Einsatz gefragt war, die Einsatzkräfte auf erhöhte Betriebstemperatur.

Kurz nach 23 Uhr waren die Feuerwehren aus Niederelsungen, Wolfhagen, Nothfelden und Breuna zum Brand eines Lastwagens gerufen worden. Das Fahrzeug aus Österreich war von seinem Fahrer, einem 32-jährigen Polen, auf dem Parkplatz des SVG-Rasthofes an der Autobahn 44 bei Niederelsungen zwischen weiteren Lkw zur Nachtruhe abgestellt worden. Die Zugmaschine hatte einen Siloauflieger am Haken, der mit 25 Tonnen Holzpellets gefüllt war, die zuvor in Münster geladen worden waren.

Möglicherweise aufgrund eines technischen Defekts, so ein Sprecher der Wolfhager Polizeistation, habe sich dann beim Zugfahrzeug hinten links ein Brand entwickelt, der bald auch am Silo aus Kunststoff nagte. Jetzt war der schnelle Einsatz der Brandschützer gefragt, denn der Pellettransporter stand dicht an dicht mit anderen Lastwagen auf dem Parkplatz. „Da kommt man normalerweise nicht mal mit einem Fahrrad durch“, kommentierte Einsatzleiter Frank Brunst die übliche Situation auf den Stellplätzen.

Nächtlicher Einsatz auf dem Rasthof an der A44 bei Niederelsungen: Der Lastwagen mit dem angeschmorten Kunststoffsilo wurde ein stückweit aus der Enge der parkenden Fahrzeuge herausgezogen und entladen.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte, so der Wolfhager Stadtbrandinspektor weiter, war der Pellettank nahe der Fahrerkabine bereits durchgebrannt, eine erste Messung mit der Wärmebildkamera ergab eine Temperatur um die 140 Grad. Ob es innen bereits Glutnester gab, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden. So entschied Brunst, dass die 25 Tonnen Pellets abgekippt und aus der Gefahrenzone geschafft werden müssen. Und da waren dann zunächst die Feuerwehrleute, insgesamt waren 79 im Einsatz, gefragt, die mit Schaufeln und Muskelkraft den hölzernen Brennstoff wegräumen mussten. Etwas später wurden sie entlastet, einer der Niederelsunger Feuerwehrmänner hatte in seinem nahegelegenen Heimatort einen Schlepper mit Frontlader organisiert.

Jetzt aber Tempo: Ehe sich die Pellets im vorderen Bereich des Silos entzünden konnten, wurde von den Feuerwehrleuten der Abfluss am hinteren Ende geöffnet, um den hölzernen Brennstoff abzulassen.

„Es hat gequalmt, und es war Temperatur im System“, beschrieb Frank Brunst die Situation, aber durchgezündet haben die Pellets nicht. „Der Vorteil bei den Pellets ist“, so Brunst, „die brennen nicht sofort und brauchen erst mal eine gewisse Temperatur.“ Der Stadtbrandinspektor weiter: „Aber wenn sie brennen, dann richtig“. Angesichts der Situation mit den eng stehenden Lastwagen auf der Parkfläche „hätte das dann hier eine richtige Baustelle gegeben“. Gegen 1.30 Uhr konnten die Feuerwehren nach einem ausgesprochen sportlichen Einsatz wieder abrücken.

Die Polizei vermutet einen technischen Defekt als Brandursache. Den Schaden am Zugfahrzeug, das unter anderem wegen durchgeschmorter Bremsschläuche nicht mehr fahrbereit war und am angekokelten Pelletsilo bezifferte ein Sprecher der Wolfhager Polizeistation auf rund 100 000 Euro. Ein Abschlepper wurde mit dem Abtransport des Lastwagens und auch der 25 Tonnen Pellets beauftragt. (Norbert Müller)

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