Hába-Streichquartett war in Bad Zwesten zu erleben

Großartige Gemeinschaftsarbeit: Im Kurhaus von Bad Zwesten gastierten von links Sha Katsouris und Hovhannes Mokatsian, Tatevik Mokatsian am Klavier, Peter Zelienka sowie Viola und Arnold Ilg. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Es war die großartige Gemeinschaftsarbeit des renommierten Hába-Streichquartetts und der exzellenten, armenischen Pianistin Tatevik Mokatsian, die den Kammermusikabend zu einem wahren Meisterkonzert werden ließ.

Das Ensemble, das zum ersten Mal in Bad Zwesten gastierte, fügte im Kurhaus die Klangwelt Robert Schumanns „Klavierquintett Es-Dur“, op. 44 mit der von Antonín Dvoráks „Klavierquintett A-Dur“, op. 81 zusammen.

Beide Kompositionen gerieten unter den Händen der fünf Musiker zu den klangvollen Höhepunkten des Konzerts. Die Werke bestehen aus je vier Sätzen. Die Komponisten gaben ihnen Spielanweisungen, die in den Sätze 1, 3 und 4 im Wesentlichen überein stimmen.

Tänzerische Fröhlichkeit

Dagegen erklang im langsamen zweiten Satz bei Schumann zunächst ein Trauermarsch ähnliches Thema, dem ein Motiv folgte, in dem das Klavier dominierte. Während bei Dvorák die Dumka erst sanft und melancholisch dahin floss, bevor sie auch tänzerische Fröhlichkeit ausstrahlte.

Beide Werke entstanden im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Romantik. In dieser Epoche bestimmte die Sehnsucht nach einer neuen Poesie, das Schaffen in der Musik. Nach der Ratio der Klassik sollten nun Fantasien, Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck kommen. So sind auch Wechsel der Gemütszustände und widersprüchliche Emotionen, den vorgetragenen Kompositionen gemeinsam.

Mit welcher Sensibilität, mit welchem Interpretationsvermögen und mit welchem kontrastvollen, klanglichen Reichtum, das Ensemble den Charakter und die Sprache der Musik von Schumann und Dvorák hörbar machte, war grandios und wohl kaum zu übertreffen. In dieser Musikergemeinschaft schwingt eine musikalische Seele, die eine völlige Übereinstimmung in Klang und Dynamik bewirkt. Davon waren die Zuhörer berührt.

Faszinierendes Klangfeuers

Das Streichquartett eröffnete zuvor den Konzertabend mit intensiven Emotionen aus dem „Quartettsatz c-Moll“, D 703. Franz Schubert komponierte den Satz im Jahr 1820. Nach der Pause lud Tatevik Mokatsian zunächst zu einem munteren Tanzvergnügen mit zwei Polkas und einem Furiant ein. Die volkstümlichen böhmischen Tänze stammen aus einem Zyklus von Bedrich Smetana (1824 bis 1884) und sind handwerklich höchst anspruchsvolle Stücke. Mit ihnen zündete die Pianistin ein faszinierendes Klangfeuerwerk.

Das Konzert war ein Hörgenuss pur und endete im langen und begeisterten Applaus des Publikums. Hoffentlich sind diese vorzüglichen Musiker bald wieder zu hören.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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