Mit dem Fiat ganz oben

Fritzlarer Ehepaar Wieden hat Großglockner-Grand-Prix gewonnen

Mit der Siegtrophäe vom Großglockner-Grand-Prix: Peter Wieden und Hanni Baier-Wieden vor ihrem Fiat Simca 8 Sport Grolleau-Deho. Foto: Dellit

Fritzlar. Wenn Hanni Baier-Wieden und Peter Wieden mit ihrem Fiat Simca 8 unterwegs sind, geht die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen ein anderes Autos selben Typs begegnet, gegen Null. Von diesem Auto wurden gerade einmal drei Exemplare gebaut, und das im Jahr 1938.

Jetzt ist dem Ehepaar, das in Fritzlar wohnt, wenn es nicht mit einem Oldtimer in der Welt unterwegs ist, ein spektakulärer Erfolg gelungen. Beim Großglockner-Grand-Prix gewannen sie nicht nur ihre Klasse, die der Vorkriegswagen, sondern holten auch den Gesamtsieg.

Erinnerung an die 30er-Jahre 

Mit dem Wettbewerb, zu dem 75 Oldtimer zugelassen waren, soll an die Bergrennen erinnert werden, die dort 1935, 1938 und 1939 ausgetragen wurden. 14 Kilometer, 92 Kurven, 14 Kehren und 1200 Höhenmeter waren für die Fahrzeuge und ihre Fahrer zu bewältigen. Das schafften längst nicht alle Teams, berichten Wiedens und erzählen von einem schwedischen Wagen mit Flugzeugmotor, bei dem jeder Anlauf auf den Berg scheiterte.

Unter den Teilnehmern am Großglockner waren auch Jochen Maas, früherer Formel-Eins-Fahrer, und Klaus Ludwig, der in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft und als Sieger des 24-Stundenrennens in Le Mans sein Können bewies.

Bei der Tour in den österreichischen Bergen ging es allerdings nicht darum, wer als erstes oben ist - das wäre wohl bei den sehr unterschiedlichen Baujahren (die jüngsten waren von 1972) auch unfair gewesen. Es handelte sich vielmehr um ein Gleichmäßigkeitsrennen.

„Ich bin fast die gesamte Strecke im 3. Gang gefahren“ 

In einem ersten Lauf wurde eine Setzzeit gefahren, und diese musste in den weiteren Läufen möglichst punktgenau wieder erreicht werden. Peter Wieden saß am Steuer des Fiats, während seine Frau Hanni viele Notizen vor sich hatte und in jeder Kurve und Kehre sagte, ob sie vor oder hinter der Zielzeit lagen.

Die Strategie ging auf 

„Ich bin fast die gesamte Strecke im 3. Gang gefahren“, erzählt Wieden. Die Strategie ging auf, die addierte Abweichung von gerade einmal 0,4 Sekunden bedeutete den Sieg für Wiedens und ihren Fiat.

Und der ist ein ganz besonderes Automobil. Wieden hat die Geschichte des Wagens dokumentiert, vom in Italien produzierten Fahrgestell über den in Paris getunten Motor bis zu den diversen Eigentümern und den Rennen - wie etwa 1952 in Casablanca, Marokko.

Wie viel er für den „Fiat Simca 8 Sport Grolleau-Deho“ (so der ganze Name) bezahlt hat, will Wieden öffentlich nicht sagen. Beim Grand Prix-waren laut Veranstalter Autos im Gesamtwert von 21 Millionen Euro am Start.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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