Dekan Christian Wachter erklärt die Kunstwerke

Figuren am Taufbecken in Niedergrenzebach 

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Sakrament in Holz: Beim Bildhauersymposium beschäftigte sich Daniela Schönemann mit der Taufe. Ihre Kunstwerke stehen jetzt am Außentaufbecken der Niedergrenzebacher Kirche.

Niedergrenzebach. Die Künstler des Bildhauersymposiums Einschlag beschäftigten sich im Mai in Spieskappel zwei Wochen mit dem Katechismus. Ihre im Klosterpark entstandenen Skulpturen werden an die fünf Kirchen des Katechismuspfades übergeben. Dekan Christian Wachter erklärt die Kunstwerke:

„Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.“ (1. Mose 3,21). Die biblische Erzählung der Vertreibung aus dem Paradies bezeichnet die Trennung des Menschen aus der unbeschwerten Beziehung mit Gott. Der Mensch ist „jenseits von Eden“, seine Scham wird mit Fellen bedeckt: Zwei in Fell eingehüllte Figuren stehen nun am Außentaufbecken der Kirche in Niedergrenzebach.

In der Kunst von Daniela Schönemann entstehen immer wieder solche Vermischungen aus Mensch und Tier. Ein Bär mit den Füßen eines Menschen schaut gutmütig zum Taufbecken herüber. Der andere Mensch ist in Tierfelle gekleidet. Zu seinen Füßen ein Opossum. „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst?“, fragt ein Beter in Psalm 8. „Alles hast du unter seine Füße getan. Schafe und Rinder allzumal. Dazu auch die wilden Tiere.“ Die Taufe hilft dem Menschen zu einer Verortung in dieser Welt. Getaufte dürfen sich als mit Gott verbunden und von Gott angenommen verstehen.

Beide Figuren halten Gefäße mit Wasser in ihren Händen. Wasser ist das Symbol der Wandlung, der Reinigung. Daniela Schönemann lebt in Halle an der Saale. Von dort hat sie Wasser mitgebracht, das die eine Figur in ihren Händen hält. Die andere hat eine Flasche mit Wasser aus der Quelle der Grenzebach. Die Künstlerin, sieht in der Taufe den Zuspruch und auch den Anspruch einer Wandlung des Menschen hin zu Gott.

Daniela Schönemann beim Künstlersymposium Einschlag im Klosterpark Spieskappel.

Bei Paulus ist das so formuliert: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 4,17). 

Zur Person: 

Daniela Schönemann ist 1981 ist in Halle an der Saale geboren. Nach dem Abitur hat sie die Berufsfachschule für Bildhauerei in Bischofsheim in der Rhön besucht und im Jahre 2005 ihre Gesellenprüfung absolviert. Anschließend studierte sie auf der Burg Giebichenstein bei Halle Kunst mit den Hauptfächern Bildhauerei und Metall 2011 abschließen. 

Hintergrund: 

Bildhauersymposium bereichert Schwalm

Mit den Ergebnissen des Bildhauersymposiums wird der 2014 installierte Katechismuspfad einen neuen Impuls bekommen. Denn fünf der Kunstwerke werden die Kirchen des Katechismuspfades in Ziegenhain, Treysa, Loshausen, Trutzhain und Niedergrenzebach bereichern. Das Bildhauersymposium war Teil des Kultursommers Nordhessen. Inzwischen prägen bereits viele Kunstwerke der Symposien der vergangenen Jahre die Kulturlandschaft in der Schwalm. 

Quelle: HNA

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