Finale für junge Akrobaten im Scala-Varieté in Fritzlar

Schwalm-Eder. Sie kommen aus Fritzlar, Homberg, Guxhagen, Marburg und sogar Wiesbaden. Der Workshop von Kursleiterin Jutta Schröder hat 40 Nachwuchsakrobaten aus dem Umkreis angelockt. Die sechs Jungs und 34 Mädchen ab sieben Jahren trainieren seit Sonntag für ihren Scala-Auftritt am Tuch, Trapez und Einrad.

Es wird der letzte Workshop im Scala sein. Die Schließung des Varietés steht bevor. „Seit 2003 biete ich diesen Workshop an. Das ist der Zwanzigste“, sagt Trainerin und Betreibern des Scalas, Jutta Schröder.

Viele Kinder sind schon seit Jahren dabei. Die seien traurig, nicht mehr in den Ferien dort trainieren zu können, erklärt Schröder. „Eine Mutter fragte mich, was sie in den Ferien mit ihrer Tochter machen soll, weil die so unausgelastet ist“, sagt Schröder. Acht Disziplinen gibt es insgesamt. Jeweils zwei üben die Kinder in ihren Gruppen ein. „Manche machen Bodenakrobatik, jonglieren, und andere spielen dazu ein Instrument“, erklärt die Artistin.

Auf zwei großen, bunten Bällen halten die neunjährige Finja und die achtjährige Franka erfolgreich das Gleichgewicht. „Guck mal, ich kann das schon ohne Hilfe“, ruft Franka der 49-jährigen Schröder zu. „Schwerer verletzt hat sich zum Glück noch niemand“, sagt sie. „Die Abschlussshow ist immer das Schönste, denn die Kinder arbeiten wirklich professionell“, sagt Schröder. Die meisten Plätze für die Show seien bereits von den Eltern besetzt.

Die Arbeit mit Kindern will sie auf jeden Fall weiterführen. Um die Zukunft des Gebäudes macht sie sich aber Sorgen. „Mich muss keiner retten, aber um das Haus ist es sehr schade.“ Die Stadt müsste mitziehen und das Scala bezuschussen, aber das geschehe nicht, sagt Schröder. Die Kosten seien zu hoch, um den Ticketservice und die Gastronomie selbst zu betreuen. Ende April wird das Scala deshalb geschlossen. Auch Jutta Schröder benötigt in den kommenden Monaten Abstand: „Ich brauche jetzt erstmal eine Auszeit.“

Von Max Holscher und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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