Finanziell hat die Gemeinde Knüllwald kaum noch Spielraum

Knüllwald. Auch wenn das Loch groß ist: Nach einer umfangreichen Diskussion verabschiedete das neu gewählte Knüllwälder Parlament in seiner Sitzung in Niederbeisheim den Haushalt für das Jahr 2011.

Er weist ein Defizit von 593.00 Euro aus. SPD, UKW und Bündnis90/Die Grünen stimmten dem Etatentwurf zu, die CDU-Fraktion enthielt sich mit fünf Stimmen.

Der Haushalt hat ein Volumen von 7,6 Millionen Euro. Um ihn zu finanzieren, muss die Gemeinde drei Millionen Euro an Krediten aufnehmen. Der Schuldenstand erhöht sich dadurch auf 15,7 Millionen Euro.

Großen Spielraum lasse der Haushalt nicht zu, sagte der Sprecher der UKW, Jörg Siebald. Man könne hier und da vielleicht an Kleinigkeiten drehen, aber sinnvoll sei das nicht. Bisher habe die Gemeinde ihre Aufgaben trotz der hohen Schulden moderat bewältigt. „Die großen Probleme sind von unserer Seite her nicht zu lösen“, sagte er und spielte damit auf die enormen Belastungen wegen des Kanalbaus und auf den kommunalen Finanzausgleich an.

Walter Hiese (FDP) sprach für die CDU-Fraktion: Knüllwald solle die Verantwortung nicht auf den Finanzausgleich abschieben, sondern sich immer wieder fragen, was man sich leisten könne und wo man, etwa bei den Schwimmbädern und Dorfgemeinschaftshäusern, sparen könne. Er hinterfragte auch die Wohnungsbauförderung und die Ausbildungsbeihilfe.

„Die großen Probleme sind von unserer Seite her nicht zu lösen.“

Helmut Wettlaufer (SPD) sah das anders: Die Lebensqualität müsse in den Orten erhalten bleiben, damit die Menschen auch weiter in Knüllwald leben wollten. Dorfgemeinschaftshäuser seien nie kostendeckend. Er bedauerte es, dass in den vergangenen Jahren der Kanalbau den größten Teil der Ausgaben verursacht habe. Für die Menschen werde dabei wenig sichtbar.

Feuerwehren sind wichtig

Wichtig seien vor allem die Ausgaben für die Feuerwehren, deren Aufgabe man nicht hoch genug schätzen könne. Sie werden mit 133 000 Euro bezuschusst. Eine weitere große Ausgabe ist die Dorferneuerung in Oberbeisheim (157 000 Euro).

Werner Knierim (CDU) pochte darauf, weiter genau hinzuschauen und auch bei Kleinigkeiten wie im Maschinenpark zu sparen. So könne man Zeichen setzen. Auch die Ortsbeiräte könne man genauer fragen, wo es sich noch sparen ließe.

Hans-Heinrich Laabs von der UKW meinte, Knüllwalds größtes Problem sei der Bevölkerungsrückgang. Deshalb müsse man so gut es eben gehe investieren, damit die Menschen möglichst in den Orten bleiben.

Quelle: HNA

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