Friedenspädagogischer Lehrpfad Bad Emstal: Finanzierung steht

+
Bewegte Geschichte: Oberst a.D. Jürgen Damm (links) erzählt die Geschichte eines Gefallenen, der auf dem Friedhof begraben liegt.

Bad Emstal. Der Friedenspädagogische Lehrpfad in Sand ist der einzige in der Region, der die historischen Zusammenhänge des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufzeigt. Jetzt ist auch seine Finanzierung gesichert.

Am Mittwoch hat der Landkreis dem Projekt seine Unterstützung zugesichert. Im Frühjahr kommenden Jahres soll der elf Kilometer lange Weg fertig sein. Er ist einer von über 20 Eco-Pfaden im Landkreis.

„Die Eco-Pfade sollen die Besonderheiten der Regional- und Lokalgeschichte im Landkreis verdeutlichen – sozusagen Geschichte begehbar machen“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert. Eben diesen Zweck werde der Lehrpfad erfüllen.

Oberst a.D. Jürgen Damm hatte die Einrichtung des Weges mit seinen fünf Stationen angeregt. An dieser Idee fand die Gemeinde ebenso Gefallen wie der Bürgerverein Bad Emstal, der Kultur- und Geschichtsverein, die Christine-Brückner-Schule, die Deutsche Kriegsgräberfürsorge und nun auch das Amt für ländlichen Raum des Kreises, aus dessen Budget 6500 Euro bereitgestellt werden.

Vom Klostermuseum Merxhausen sollen die Besucher über die Kriegsgräberstätte und weiter durch den Wald zur ehemaligen jüdischen Synagoge nach Riede geführt werden, während ihnen ein Teil der Geschichte Bad Emstals vermittelt wird.

Der Friedhof von Merxhausen mit Erinnerungen an Zwangsarbeiter und Heimatlose (Displaced Persons) und die Tafel mit Hinweisen auf die systematischen Morde während des Nationalsozialismusses auf einer Tafel des Vitos-Verwaltungsgebäudes bilden die Endpunkte des Pfades.

Tafeln werden aufgestellt

In den kommenden Monaten werden nun Tafeln und Beschilderungen erstellt und aufgestellt. Insgesamt kostet das Projekt 12 500 Euro. Neben dem Landkreis beteiligt sich auch die Gemeinde an den Kosten. Bürgermeister Ralf Pfeiffer kündigte eine wissenschaftliche Begleitung des Friedenspädagogischen Lehrpfades an. Für Schüler aus Bad Emstal seien die Stationen schon jetzt ein lebendiger Lernort.

Die vielen verschiedenen Eco-Pfade erfreuten sich laut Selbert großer Beliebtheit. „Es hat sich ein regelrechter Eco-Pfad-Tourismus entwickelt.“ So hätten sich Wandergruppen aber auch Familien vorgenommen, jeden einzelnen Pfad abzulaufen. (ant)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare