Fingerscanner öffnet die Tür ins neue Gerätehaus – Eigenleistung hielt Kosten niedrig

Fingerscanner: Schlierbacher Feuerwehrhaus ohne Schlüssel

Schlierbach. Eigenleistung wird in Schlierbach groß geschrieben. Das bestätigte Ortsvorsteher Eduard Husung bei der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses.

Er wohnt gleich nebenan und schilderte, wie die Schlierbacher Feuerwehrleute bis spät in die Nacht gehämmert, gestrichen, Böden verlegt und installiert haben. Mit 3701 Stunden Eigenleistung demonstrierten die Kameraden ein außergewöhnliches Engagement für ihr neues Heim. „Dadurch wurden 93 000 Euro eingespart“, rechnete Wehrführer Manfred Horn am Samstag vor. Bereits jetzt habe das Haus und sein Bau Gutes bewirkt, schilderte Horn. Denn bei dem Unwetter im Juni vergangenen Jahres wurden die Baustützen kurzerhand umfunktioniert, um einen umgefallenen Baum ab zu stützen.

So konnte der eingeklemmte Fahrer damals befreit und gerettet werden. Das Feuerwehrhaus in Schlierbach soll allen Feuerwehren Neuentals als Übungshaus dienen, an das sie Leitern anstellen, sich vom Balkon abseilen oder durchs Fenster einsteigen können. Das haben sich die Feuerwehrkameraden aus Gilsa, Martin und Michael Möller, an den oberen Fenstern ganz genau angesehen. Eine Telefon- und Sprechanlage sorgt für mehr Sicherheit und statt Schlüssel gibt es einen Fingerscanner.

Ein Notstromaggregat und eine Spindheizung gehören zu den neuen Errungenschaften. Damit kann die Kleidung nach einem Einsatz wieder richtig austrocknen. Viel Lob gab es für den Wehrführer für seine souveräne Anleitung beim Bau, für den Architekten Michael Lincke für die gute Zusammenarbeit und für Gemeindevorstand und -vertretung, die zusätzliches Geld bewilligt haben.

Ein solcher Bau weckte bei den Gästen Begehrlichkeiten: Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Benjamin Schulte forderte für die Kameraden der anderen Ortsteile eine ähnliche Ausstattung, damit die Motivation für die ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer erhalten bleibe. Augenzwinkernd wünsche sich Bürgermeister Kai Knöpper eine ebenso preiswerte Sanierung des Rathauses. (zeb)

Quelle: HNA

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