Niederelsungen

Mit Fingerspitzengefühl zum Ticken - Holger Elsner repariert Uhren

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Liebt die Herausforderung: Besonders sehr alte Uhren fordern den Uhrmachermeister Holger Elsner. Oft fehlen Teile im Uhrwerk, die der 51-Jährige konstruieren und nachbauen muss. Foto: pju

Zierenberg/Wolfhagen. Konzentriert schaut Holger Elsner durch seine Lupe. Mit Fingerspitzengefühl sortiert der 51-Jährige die kleinen Rädchen und Schräubchen nach und nach mit einer Pinzette zu einem Uhrwerk zusammen. Aus ungefähr 60 Einzelteilen besteht die automatische Schweizer Armbanduhr, die der Uhrmacher für einen Kunden überholt hat.

Holger Elsner ist Uhrmacher und Juwelier. Im Wolfhager Land ist er der einzige Uhrmachermeister. Er führt zwei Geschäfte in Zierenberg und Wolfhagen.

Gelernt hat Holger Elsner in Hamburg. Vor 27 Jahren legte er seine Meisterprüfung ab. „Wir bekommen noch relativ viele Schätzchen, die auf dem Boden der Großeltern gefunden werden“, sagt der Techniker. Diese alten Uhren haben oft einen ideellen Wert und werden noch restauriert.

Der Beruf des Uhrmachers sei sehr alt. Früher habe der Uhrmacher selber Uhren angefertigt und die mechanischen Uhren repariert, sagt Elsner. Doch auch in diesem Arbeitsbereich hat sich Einiges gewandelt. „Heute stehen oft Servicearbeiten wie Batteriewechsel an.“

Einen besonders starken Wandel des Berufs kam mit der Entwicklung des Internets. „Die Schwierigkeit besteht darin, dass viel im Internet gekauft wird“, betont Holger Elsner. „Die Zeit ist schnelllebiger geworden, die Leute zögern nicht lange. Dinge wegzuschmeißen.“ Reparaturen von mechanischen Uhren sind stark zurückgegangen.

Es gibt aber noch Uhren, die Holger Elsner fordern. „Das sind zum Beispiel Uhren, die man auseinandergenommen hat und denkt, dass alles in Ordnung ist.“ Doch nach dem Zusammenbauen wollen sie nicht laufen. Oft seien Teile betroffen, bei denen man nicht sofort erkennt, dass sie verschlissen sind. Trotz solcher Probleme dürfe ein Uhrmacher während der Montage nicht ins Schwitzen kommen. „Sonst rosten sie“, schmunzelt der Niederelsunger.

Stolz ist Holger Elsner, wenn er alte Schätzchen wieder zum Laufen bringt. „Oft fehlen Teile, die ich konstruieren und anfertigen muss.“ Besonders Uhren, an denen der 51-Jährige lange arbeiten muss, wecken seine Begeisterung. „Man muss einen gewissen Biss entwickeln, damit Uhren wieder ticken.“

Vor allem die Vielseitigkeit, die filigrane Arbeit und die Technik begeistern den Uhrmacher an seinem Beruf. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es weiterhin noch Kunden gibt, die auch die alten Uhren wieder gangbar gemacht haben wollen.“ (pju)

Quelle: HNA

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