Sechs bis acht Millionen sollen investiert werden

Firma Schumacher in Malsfeld will erweitern: Anwohner sind in Sorge

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Im Garten der Familie Peinelt: Anwohner der Firma Schumacher mit hinten von links Manuela Feix, Elke Wude, Achim Wude und Cordula Horchler und vorne von links Gerda Horchler, Hans-Georg Horchler, Annette Peinelt und Heiko Peinelt.

Beiseförth. Die Dr. Schumacher GmbH in Beiseförth will expandieren. Betroffene Anwohner sehen die Pläne kritisch und zeigen sich besorgt um die Lebensqualität im Quartier.

Die Dr. Schumacher GmbH will nach eigenen Angaben sechs bis acht Millionen Euro investieren. Mit Blick auf Wachstumsraten im zweistelligen Bereich benötige man neue Produktions- und Lagerflächen, erklärte Geschäftsführer Dierk Schumacher. Der Baubeginn steht noch nicht fest.

Auch die Hochbauplanung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Zurzeit ist die Gemeinde Malsfeld dabei, mit Blick auf die Pläne des Beiseförther Unternehmens die Flächennutzungs- und Bebauungsplanung zu ändern. Auch Anlieger sind je nach Bauvariante von den Erweiterungsplänen unterschiedlich stark betroffen. Deshalb wolle man die Pläne im Dialog mit der Nachbarschaft entwickeln, erklärte Schumacher.

Das Unternehmen benötigt eine neue Halle. Für die kommen laut Schumacher zurzeit zwei Varianten an verschiedenen Standorten infrage: ein 18 und ein 14 Meter hoher Bau mit unterschiedlichen Verschattungseffekten aufs jeweilige Nachbargelände.

Dort stehen unter anderem vier Wohnhäuser. Schumacher hat den Anliegern nach eigenen Angaben Kaufangebote gemacht, die sich deutlich über dem Verkehrswert bewegten. Dem Standort Beiseförth will Schumacher treu bleiben.

Das wollen aber auch die Anwohner. So beispielsweise Hans-Georg Horchler, 1965 in Beiseförth gebaut hat. In seinem Haus steckt viel Eigenarbeit. Wie seine Nachbarn liebt Horchler sein Fleckchen Erde und möchte es nicht hergeben. Sein Nachbar Achim Wude bringt das Gefühl auf den Punkt: „Wir würden unsere Heimat aufgeben.“

Über Jahre sei mit Betriebserweiterungen eine Situation entstanden, in der die Anlieger nun unbequem seien und im Weg stünden, erklärt Wude. Nun hänge man in der Schwebe. Wer nicht verkaufe, müsse angesichts des wachsenden Unternehmens mit einem Wertverlust seiner Immobilie rechnen. Wer verkaufe, müsse sein geliebtes Wohnumfeld verlassen.

Wie schwer das fällt, beschreiben Annette und Heiko Peinelt. Die beiden sperren sich nicht um jeden Preis gegen einen Verkauf. Nur: Als sie ihr Haus vor zehn Jahren kauften, war es sanierungsbedürftig. Die Peinelts haben den Bau entkernt, von Grund auf erneuert und beispielsweise neue Strom- und Wasserleitungen gelegt. Einen solchen Kraftakt wollen sie sich nicht noch einmal zumuten. Auch verschlechtern wolle man sich nicht, erklärt Peinelt.

Eine hohe Betriebshalle würde die Grundstücke mehr oder weniger verschatten. Das betrachtet Wude, dessen Vater 1952 baute, auch aus der historischen Perspektive: Die damalige Gemeinde Beiseförth habe noch eine Siedlung mit bis zu 16 Häusern auf dem alten Ziegelei-Gelände geplant. Später sei dann ohne zu fragen eine Halle nach der anderen entstanden. Das und den damit verbundenen Schwerlastverkehr erdulde man seit 20 Jahren. Die stückweise Zermürbung wolle man sich aber nicht gefallen lassen.

Auch Enttäuschung wird laut. Elke Wude berichtet, sie habe sich jahrelang ehrenamtlich engagiert, etwa bei der Feuerwehr und in Vereinen. Nun werde man zum Dank von Politik und Verwaltung hängen gelassen.

Quelle: HNA

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