Polizei ermittelte noch keine Brandursache – THW muss das Gebäude abstützen

Brand in Immichenhain: Augenzeugin beschreibt Flammenmeer

Immichenhain. Nur zufällig war Bettina Keil am frühen Sonntagmorgen wach geworden. Beim Blick aus dem Fenster traute die Immichenhainerin ihren Augen nicht: Das Fenster im Haus gegenüber leuchtete orange. Am Sonntag brannte es in dem Gebäude an der Hauptstraße. Die Rettungskräfte fanden in der Brandruine einen toten Mann.

Laut Kriminalpolizei soll es sich um dabei um den Eigentümer und Betreiber der Musikkneipe Between handeln. Eine Obduktion ist beantragt.

Die Musikkneipe hatte nur unregelmäßig geöffnet. Am Wochenende soll keine Veranstaltung stattgefunden haben, bestätigen die Anwohner. Der Familienvater lebte eigentlich in der Kerngemeinde.

Das Feuer war am Sonntag gegen 6 Uhr in den angrenzenden Wohnräumen der Gastwirtschaft ausgebrochen. Schnell war Bettina Keil an jenem Morgen klar, dass es in der Musikkneipe Between brennt. Sofort alarmierte sie die Feuerwehr. „Ich war ganz aufgeregt“, sagt sie gestern. Kaum habe sie der Leitstelle ihren Namen nennen können.

Dann sei schon das Fenster im Haus gegenüber geplatzt. „Ich habe meinen Mann und die Kinder geweckt“, erzählt die Immichenhainerin. Rasend schnell habe sich der Brand in dem Fachwerkhaus ausgebreitet. „Es war ein Flammenmeer.“

Das Feuer schlug aus dem Dach heraus, die Ziegel flogen über das Haus bis in den Hof der gegenüberliegenden Brennerei Keil.

Fotos vom Tag nach dem Brand

Immichenhain: Der Tag nach dem Brand

Die Feuerwehren aus Ottrau und Neukirchen verhinderten, dass sich der Brand auf benachbarte Häuser ausbreitete. Wie Gemeindebrandinspektor Karl-Heinz Maus berichtete, hielten jeweils vier Feuerwehrleute in Schichten die Nachtwache. Zuvor waren mit einer Wärmebildkamera die letzten Glutnester gefunden worden. „Der Schornstein bereitete uns Sorgen“, sagt Maus. Er qualmte die ganze Nacht, obwohl die Heizung aus war.

Den Feuerwehrleuten war es aufgrund der Brandentwicklung am Sonntag nicht sofort möglich, nach Personen im Gebäude zu suchen. Erst nachdem die Flammen abgelöscht waren, fanden sie den Toten.

Anwohner und Feuerwehrleute zeigten sich schockiert über den Tod des 52-Jährigen. „Wenn ein Haus abbrennt, ist das eine Sache, aber wenn dabei jemand stirbt, ist das eine Tragödie“, sagte Bettina Keil.

Kriminalpolizei und Landeskriminalamt können die Ermittlungen erst am Mittwoch fortführen. Das Technische Hilfswerk muss das Gebäude abstützen, es gilt als einsturzgefährdet.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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