Vom Ei zum Küken: In der Hermann-Schafft-Schule schlüpfte tierischer Nachwuchs

+
Herzige Flauschbällchen: Die Zweitklässler der Hermann-Schafft-Schule mit Klassenlehrerin Meike Frank (hinten rechts) und Erzieherin Marion Klepfer freuten sich über den niedlichen Nachwuchs der Zwerghühner.

Homberg. Die Entwicklung von Leben haben Lea, Sienna, Sude, Mirelle, Marcel und Marcus hautnah miterlebt: Im Klassenraum der Zweitklässler der Homberger Hermann-Schafft-Schule schlüpften in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Hühnerküken.

Zuvor hatten die flauschigen Zwerghuhn-Wonneproppen ihre Jungzüchter auf eine harte Probe gestellt: Genau 21 Tage lang warteten die Pennäler sehnsüchtig auf den Nachwuchs, bevor Bewegung in die Sache kam.

„Das Huhn kommt aus dem Ei und das Ei aus dem Huhn. Aber wie ist eigentlich das erste Huhn entstanden?“

Als sich Piepsilotta, Calimero und Co. schließlich mühsam aus den Kalkschalen befreiten, war die Aufregung unter den sehbehinderten Schülern groß: Gebannt hockten sie vor dem Schaubrutkasten. Dank einer dort angebrachten Spezialkamera konnten sie die Kükengeburt zudem mit vergrößerten Aufnahmen auf einem Computerbildschirm verfolgen.

„Die Küken haben die Eideckel wie mit einem Dosenöffner aufgepickt und so lange gedrückt und gestrampelt, bis sie draußen waren“, beschrieb der achtjährige Marcus den Kräfte zehrenden Schlupf.

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der übliche Unterrichtsstoff Nebensache“, beteuerte Förderschullehrerin Meike Frank. Sie hatte den Kükensegen im Klassenzimmer durch den Kontakt zu Hobbyzüchter Karl Ellenberg und dem Rassegeflügel-Zuchtverein Ornis aus Rotenburg-Lispenhausen ermöglicht. Zuvor behandelte sie mit den Schülern den Entwicklungsprozess „vom Ei zum Küken“ in einer Sachkunde-Unterrichtseinheit.

Der Theorie folgte die Praxis, die von den Nachwuchs-Züchtern jede Menge Aufmerksamkeit und Pflege verlangte: Sie achteten penibel genau auf eine konstante Temperatur (38,3 Grad) und regulierten durch regelmäßiges Lüften die Luftfeuchtigkeit im Brutkasten. Derart gut versorgt, wurden quasi in drei Wochen die Küken „gebacken“, wie Sude stolz betonte. Allerdings war die Zweitklässlerin trotz der beim Durchleuchten erkennbaren Schatten hinter der Eischale bis zum Schlupftag nicht sicher, dass „da wirklich was raus kommt“. Mit einem flauschigen Küken in der Hand ist nun aber auch sie hundertprozentig überzeugt vom Wunder des Lebens.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare