Metzger Johannes Bechtel aus Zella ist Vizemeister im Landesleistungswettbewerb

Fleischer vor der Jury

Beim Auslösen: Johannes Bechtel (22) aus Zella war der einzige Metzger aus Nordhessen, der am Wettbewerb in Wetzlar teilnehmen durfte. Foto: Rose

Zella. Fleisch auszulösen, das hat Johannes Bechtel schon als Schüler regelmäßig im elterlichen Betrieb geübt. Dass er nach dem Abitur Metzger werden würde, wusste er in der Oberstufe. Aber auch, dass er die Ausbildung nicht zuhause in Zella absolvieren würde: „Hier kannte ich schon alles. Ich fand es wichtig zu sehen, wie es in anderen Betrieben läuft“, sagt der 22-Jährige. In drei Betrieben lernte er den Beruf von der Pike auf. Und das hat der Zellaer jetzt auch unter Beweis gestellt. Beim Landesleistungswettbewerb wurde er Vizemeister und Kammersieger.

Teilnehmen durfte Johannes Bechtel als einziger aus dem Kreis und sogar als einziger aus Nordhessen. Die Konkurrenz kam ausschließlich aus Südhessen. Sechs Fleischer zeigten unter den Augen einer Jury in Wetzlar im Wettbewerb ihr Können – verteilt auf mehrere Tage. Gut vorbereitet war der Zellaer. Gelernt hatte er das Handwerk in Betrieben in Jesberg, Mosheim und Trockenerfurth. „Vor allem im dritten Betrieb wurde ich intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet“, erklärt der 22-Jährige.

Die Disziplinen, sie waren vielfältig: Vom Auslösen einer Rinder-Pistole über das Zubereiten einer Pastete und eines gefüllten, rollierten Bratens bis hin zum Dekorieren einer Grillplatte. „Auch die Hygiene und die Sauberkeit am Arbeitsplatz spielte eine große Rolle“, sagt der Metzger.

Keine industrielle Produktion

Den Reiz des Berufes beschreibt Bechtel so: „Das, was man macht, kann man probieren. Es ist Handwerk und hat mit industrieller Produktion nichts zu tun.“

Auch dass er als Metzger den Kunden genau erklären könne, was in der Wurst sei, finde er schön.

„Es wird immer wichtiger, auch auf allergische Kunden, etwa mit Laktoseintoleranz, einzugehen“, sagt er. Dazu sei gerade ein neues System entwickelt worden, damit auch die Verkäuferin im Geschäft sofort sehen könnte, was in der Wurst enthalten sei.

Nach der Ausbildung arbeitet Johannes Bechtel derzeit mit im elterlichen Betrieb, in dem pro Woche 90 bis 100 Schweine verarbeitet und zwei Rinder noch selbst geschlachtet werden.

Ab Januar wird der 22-Jährige die achtwöchige Meisterschule in Frankfurt besuchen. „Danach möchte ich Wirtschaftswissenschaften studieren“, sagt er. „Und irgendwann den Betrieb übernehmen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare