Fallschirmsprungtage der Bundeswehr waren zum ersten Mal in der Festungsstadt

Sie fliegen auf Ziegenhain

Gespanntes Warten: Die Falschirmspringer im Transporthubschrauber über Ziegenhain. Der Hubschrauer CH 53 trägt den Spitznamen „Möbelwagen“. Fotos: Wieber

Ziegenhain/ Stadtallendorf. Bis auf 3000 Meter Höhe hat sich der Bundeswehr-Transporthubschrauber CH 53 über dem Flugplatz Ziegenhain geschraubt. Plötzlich lösen sich von ihm fünf vom Boden aus kaum erkennbare Punkte. Sie bilden eine Sternformation. Kurz darauf entfalten sich die Fallschirme und schweben dem Boden entgegen. Der Segelflugplatz Ziegenhain war zum ersten Mal Schauplatz der Fallschirmsprungtage bei der 15. Auflage des internationalen Fallschirmjägerwettkampfs der Bundeswehr.

Der Wettkampf wird traditionell von der Division für Spezielle Operationen organisiert. Nach der Verlegung der Division nach Stadtallendorf wurde nun der Wettkampf erstmalig am neuen Standort ausgerichtet. Fünf Mannschaften der Bundeswehr und eine Gastmannschaft aus Polen maßen sich in mehreren Disziplinen.

Den Auftakt bildeten zu Beginn der Woche die an den Boden gebundenen Wettkämpfe Kleiderschwimmen, Geländelauf und Schießen. Den Höhepunkt für die Teilnehmer stellten die Fallschirmsprungtage in Ziegenhain dar. An allen drei Sprungtagen war zunächst Warten angesagt. Durch den morgendlichen Bodennebel fehlte den Springern die Bodensicht, die sich erst gegen Mittag einstellte.

Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Rund sieben Minuten benötigte die Maschine, um die Absprunghöhe zu erreichen. In der CH 53, dem „Möbelwagen“ des Heeres, saßen bei jedem Durchgang jeweils zwei Mannschaften. Zwei Schiedsrichter überwachten in der Maschine die Vorbereitungen.

„Der Ablauf in der Maschine ist genau festgelegt. Die Springer müssen über die offene Heckklappe in einer bestimmten Reihenfolge, die ersten drei rückwärts und die nächsten zwei vorwärts, verlassen“, sagte Oberstabsfeldwebel Bernd Köhler von der Luftlandeschule in Altenstadt.

Die Teilnehmer sprangen den sogenannten Speedstar. Dabei versuchten die fünf Teammitglieder im freien Fall die Formation eines Sternes einzunehmen, jeder hält sich dabei an den Armen des anderen fest. Zuerst sprang jeweils ein weiterer Schiedsrichter, der die Mannschaft in der Luft begleitete und ein Video vom Sprung drehte. „Nur in der Aufnahme, die nach der Landung ausgewertet wird, kann man erkennen, ob auch in der Luft alles richtig gemacht wurde“, sagte Major Peter Hindermann, der die Mannschaft des Stadtallendorfer Luftlandefernmeldebataillons in der Luft begleitet hatte.

Abweichungen von den Vorgaben bedeuteten Punktabzug. Auch der Zielsprung auf ein auf dem Flugplatz markiertes Viereck von 100 mal 100 Meter war eine weitere Herausforderung. Fast alle Springer lösten diese souverän. (yaw)

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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