Eisvögelbestand seit den 70er-Jahren gestiegen

Fliegender Edelstein hat wieder aufgeholt

Im Winterhalbjahr ist auch der eigentlich sehr auffällige Eisvogel einfacher zu beobachten als in belaubtem Buschwerk. Foto: privat

Schwalm. Ein hoher, schriller Pfiff, ein gut sperlingsgroßer, blauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche, und schon ist der Vogel mit dem langen Schnabel in dichtem Buschwerk verschwunden. So verläuft im Sommerhalbjahr oft die Begegnung mit dem prächtigen Eisvogel. Auch im Winter lässt er sich blicken, so kann der einzigartig gefärbte Vogel beispielsweise am Wallgraben in Ziegenhain oder an verschiedenen Stellen von Schwalm, Antreff oder Wiera beobachtet werden.

Die gewässerreiche Landschaft der Schwalm war immer ein wichtiges Brutgebiet für den Eisvogel. Gewässerverschmutzung in den 60er-Jahren und die Begradigung von Flüssen führten zu einem sehr geringen Bestand. In sehr kalten Wintern können bis zu 90 Prozent der Population umkommen, weil sie keine Fische mehr fangen. Diese Umstände führten dazu, dass um 1975 in Hessen keine zehn Eisvogelpaare mehr brüteten

Inzwischen findet der Eisvogel dank umfangreicher Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen wie Kläranlagen und Uferabbrüche, in die er seine bis zu einem Meter langen Brutröhren graben kann, wieder gute Lebensbedingungen. Auch die Winter sind milder geworden, so dass mehr Tiere überleben. Stimmen die Bedingungen, kann ein Eisvogelpaar bis zu dreimal im Jahr sechs Junge aufziehen. Das alles führt dazu, dass der fliegende Edelstein in den letzten Jahren wieder mit bis zu 900 Paaren in Hessen brütet und auch in der Schwalm wieder regelmäßig zu sehen ist.

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

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