Rohr ragt in historischen Wallgrabenzufluss – Näser: Gewölbe wird wieder hergestellt

Es fließt nicht nach oben

Bei Kanalarbeiten freigelegt: Der gewölbeartige historische Frischwasserzufluss zum Wallgraben ist unterbrochen. Das Sandsteingewölbe soll wieder hergestellt werden. Ein zu hoch verlegter neuer Kanal wird abgeflacht werden. Fotos: Grede 

Ziegenhain. Ein knapp 500 Jahre alter Frischwasserkanal ist eine der wichtigsten Lebensadern für den Wallgraben, in Ziegenhain fürchtet der Arbeitskreis Festung wegen der aktuellen Kanalarbeiten am Wallgraben um seinen Bestand.

Das historische Kanalgewölbe ist in seinem Restbestand nicht bedroht, vielmehr war im Bereich des nun geplanten, neuen Abwasser-Kanals schon in den 1950er Jahren der historische Zulauf durch den damals neu verlegten Kanal zerstört und durch einen Betonneubau ersetzt worden, sagte Bezirksarchäologe Dr. Andreas Thiedmann vom Landesamt für Denkmalpflege in Marburg.

Ein Blick in die Baugrube am Wallgraben in Höhe des Eichendorffwegs offenbart das akute Dilemma: In einer Länge von circa drei Metern ist der historische Kanal nicht nur unterbrochen. Dieser zerstörte Abschnitt wird von einem, im Zuge der laufenden Arbeiten bereits verlegten, neuen Betonrohr im rechten Winkel gekreuzt. Dieser neue Kanal ragt circa 40 Zentimeter hoch in die ursprüngliche historische Wasserführung hinein. Da Wasser bekanntlich nicht nach oben fließen kann, befürchtet der Arbeitskreis Festung nun, dass damit der ungehinderte Durchfluss des Frischwassers zum Wallgraben verhindert werden könnte.

Bürgermeister Dr. Gerald Näser dagegen versicherte im Gespräch mit der HNA, dass nicht nur der historische Leitungsverlauf wieder hergestellt werde. Vorgesehen ist, das zu hoch verlaufende neue Kanalstück abzuflachen. Auch werde an der aktuell unterbrochenen Stelle das bereits in den 1950-er Jahren zerstörte Sandsteingewölbe wieder hergestellt. Bis Ende Juni sollen die Kanalarbeiten abgeschlossen sein. Wann mit der Kampfmittelräumung im Wallgraben begonnen werden soll, ist Näser nicht bekannt.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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