Flüchtlinge arbeiten als Ein-Euro-Jobber

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Die Neuen können kommen: Astrit Muharemi und Mustafa Sacir gehören zu den Ein-Euro-Jobbern, die hier ein Zimmer für Neuankömmlinge in der Wolfhager Pommernanlage vorbereiten. Hausleiter Asib Malekzada (links) koordiniert die Arbeiten.

Wolfhagen. Der Landkreis Kassel startet in Wolfhagen ein Pilotprojekt, um Asylbewerber in Arbeit zu bringen.

„Die Arbeitsgelegenheiten auf 1,05-Euro-Basis werden von der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis (Agil) koordiniert", erklärt Jörg Roßberg, Leiter des Fachbereichs Soziales, der das Konzept am Mittwoch vorstellte. Acht Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten haben bereits die Arbeit aufgenommen und kümmern sich um die Außenanlagen der Pommernanlage, erledigen Hausmeistertätigkeitern und helfen bei kleineren Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. „Die Menschen sind irre motiviert, wir haben schon eine lange Warteliste mit Interessenten", erklärt Wilfried Zeuch, einer der Hausleiter. Die fehlenden Sprachkenntnisse zeigten sich nicht als Problem. Bei der Arbeit würden Sprache und Integration gefördert.

Für die Flüchtlinge, die teilweise gut ausgebildet aus ihren Heimatländern kämen, sei die Arbeit außerdem ein Mittel gegen die Langeweile und gebe Selbstbestätigung. Das Angebot von Praktikas soll aber auch Eintrittskarte für die Ausbildung in einem Betrieb sein. Das ist nämlich die nächste Stufe. Die Asylbewerber werden nicht nur bei Agil eingesetzt, sondern künftig auch in Handwerksbetrieben. Der Landkreis kooperiert dabei mit der Kreishandwerkerschaft und anderen Institutionen. Betriebe, die ein Praktikum anbieten können, sollen sich mit dem Landkreis in Verbindung setzen.

Gelinge es einen Flüchtling in einen Betrieb zu vermitteln, so falle die Unterstützungsleistung durch den Landkreis weg, erklärt Roßberg. Derzeit kostet den Kreis die Rundumversorgung der Flüchtlinge 5,4 Millionen pro Jahr.

Das Projekt wird auch auf die anderen elf Einrichtungen des Landkreises für Asylbewerber ausgedehnt. Laut Roßberg gibt es schon einen Jobber in Vellmar, in Espenau geht es in Kürze los.

Quelle: HNA

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