Für Flüchtlinge gibt es jetzt in der Pommernanlage eine Kleiderkammer

Helfen ist Ehrensache: Sibel Cetegen, Bärbel Lindemann, Brigitte Thielemann, Hildegard Brabsche, Anne Sauer, Marianne Kolaschnik und Ulla Vetter (von links) engagieren sich ehrenamtlich in der Kleiderkammer für Asylsuchende in der Wolfhager Pommernanlage. Fotos: zih

Wolfhagen. Jeden Dienstag engagieren sich Sibel Cetegan, Bärbel Lindemann, Brigitte Thielemann, Hildegard Brabsche, Anne Sauer, Marianne Kolaschnik und Ulla Vetter in der Kleiderkammer. Diese wurde jetzt im Haus sieben der Wolfhager Pommernanlage neu geschaffen, um die Flüchtlinge zu unterstützen.

Nach Auskunft von Jörg Roßberg, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis Kassel, leben derzeit 370 Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft. 54 von ihnen sind Kinder. Und am morgigen Donnerstag sollen weitere 30 bis 40 Flüchtlinge in der Pommernanlage eintreffen.

Dies bedeutet, dass die sieben Helferinnen auch nach Ankunft der Neuankömmlinge in der Kleiderkammer im Einsatz sein werden. Nach ihrer wochenlangen Flucht besitzen die Asylsuchenden oft nur das, was sie am Körper tragen. Sie werden sich kostenlos eindecken mit Anziehsachen aus einem Fundus, der aktuell aus mehreren 1000 Kleidungsstücken besteht. In zwei Räumen wird die Kleidung aufbewahrt.

In der Kleiderkammer gibt es alles - angefangen von der Erstausstattung für Säuglinge bis hin zu Schuhen, Unter- und Oberbekleidung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Menschen aus dem Wolfhager Land haben die Anziehsachen gespendet. „Mit einer so großen Spendenbereitschaft von gut erhaltenen oder gar neuwertigen Anziehsachen haben wir nicht in unseren kühnsten Träumen gerechnet. Jeden Tag werden neue Bekleidungsstücke abgegeben“, sagt Bärbel Lindemann. Trotz der Fülle gibt es aber auch einen Engpass. „Das ist Oberbekleidung, vor allem Hosen für jüngere Männer in kleinen beziehungsweise schmalen Größen.“

Wiedersehensfreude

Damit hatte der neunjährige Laith kein Problem, für den ein Albtraum zu Ende ging und der sein Glück kaum fassen konnte. Vor wenigen Tagen konnte er endlich wieder seine Mutter Noha in die Arme schließen, die nach ihrer Flucht aus dem vom Krieg erschütterten Syrien flüchtete und seit 16 Monaten in Deutschland lebt und in der Pommernanlage eine vorübergehende Heimat gefunden hatte. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern hatte Laith während der eineinhalbjährigen Trennung von seiner Mutter bei Verwandten in der Türkei gelebt, bis den Kindern nun endlich das Einreisevisum nach Deutschland genehmigt wurde. Zusammen mit seiner Mutter ließ sich der Neunjährige in der Kleiderkammer nun von Kopf bis Fuß neu einkleiden.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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