Kein Plan B für Sportvereine

Flüchtlinge in Hallen: Sportler haben Verständnis, sind aber frustriert

Diesen Winter womöglich nicht in der Kreissporthalle: Sören Kothe vom TSV Wollrode am Ball bei einem Heimspiel. Archivfoto: Kasiewicz

Guxhagen/Felsberg. Die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in der Kreissporthalle Guxhagen und in der Stadtsporthalle Felsberg beeinträchtigt neben dem Schulsport auch die örtlichen Vereine.

Informationen fließen spärlich: Was den Spielern und Trainern bekannt ist, wissen sie aus den Medien oder von anderen Vereinsmitgliedern. Solange noch nicht klar ist, wann Flüchtlinge in die Hallen einziehen, halten die Vereine den Betriebsalltag aufrecht. Einen Plan B oder gar offizielle Ausweichmöglichkeiten für die kommenden Monate gibt es derzeit nicht.

Sören Kothe, 1. Handball-Herren des TSV Wollrode: „Wir trainieren dreimal die Woche in der Kreissporthalle Guxhagen, außerdem ist sie für uns die Heimspielstätte. Die Flüchtlinge können am allerwenigsten was für die Situation, die müssen einfach ins Warme. Der Sport muss da hinten anstehen und die Vereine in der Umgebung zusammenrücken. Es ärgert mich allerdings, dass es keine direkten Informationen an die Mannschaften gibt.“

Dominique Sawyer, 1. Handball-Damen des TSV Wollrode:  „Ich bin frustriert. Für mich ist der Sport ein Ausgleich, der wegfällt. Wir trainieren zweimal die Woche in der Kreissporthalle. Die Flüchtlinge brauchen zwar wirklich eine Unterkunft, aber ich denke, es gibt noch andere Gebäude.“

Andreas Ries, Trainer der E3-Fußball-Jugend des JSG Guxhagen/Ellenberg:  „Für mein Team heißt das, dass wir im Winter keine Hallenzeiten und damit wahrscheinlich kein Training haben werden. Vielleicht finden wir woanders eine Zeit zum trainieren, auch wenn es nur einmal wöchentlich ist. Ich kann damit leben auszuweichen, aber ich finde es ungünstig, dass die Unterkunft gleich neben der Schule ist.“

Frank Hassenpflug, stellvertretender Jugendleiter des JSG Guxhagen/Ellenberg:  „Ich finde es schade, dass unsere Sporthallen herhalten müssen, um der Flüchtlingsproblematik Herr zu werden. Dass der Winter kommt, ist doch nicht erst seit gestern klar, da fehlt die Weitsicht.“ Jenny Pioro, 1. Handball-Damen der TSV Eintracht Böddiger: 

„Dass die Felsberger Stadtsporthalle möglicherweise zur Flüchtlingsunterkunft wird, haben wir vom Hallenwart erfahren. Mehr wissen wir nicht, aber es gibt Gerüchte von allen Seiten. Ich finde es gut, dass wir die Flüchtlinge aufnehmen, die Menschenleben haben Vorrang vor dem Sport. Andererseits ist es schade, dass die Vereine und der Schulsport darunter leiden müssen. In Felsberg gibt es noch einige leerstehende Gebäude, da frage ich mich, warum die nicht dafür genutzt werden.“

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Quelle: HNA

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