Kreis kauft drei Gebäude in Homberg an

150 Flüchtlinge in Dörnbergkaserne

Schwalmstadt. Dem Kauf von drei Gebäuden in der Dörnbergkaserne in Homberg hat am Montag der Kreistag ohne Diskussion zugestimmt.

Zwei Blöcke, ehemalige Kompagniegebäude mit einer Gebäudefläche von 760 beziehungsweise 780 Quadratmetern, werden Gemeinschaftsunterkünfte für 150 Flüchtlinge.

Ob sie bloß umgebaut oder abgerissen und ab Oberkante Kellerdecke neu errichtet werden, ist noch offen. Die Nutzung der ehemaligen Feldwebelwohnungen als Flüchtlingsunterkünfte gibt der Kreis im Gegenzug auf.

Ein drittes Gebäude, über das sich der Kreis mit der Stadt Homberg und der Hessischen Landgesellschaft geeinigt hat, wird später das Kreisarchiv beherbergen. In einem ersten Schritt wird das ehemalige Offiziersheim mit seinen 400 Quadratmetern als zentrales Empfangsgebäude für neu zugewiesene Flüchtlinge dienen. Die Aufträge für die provisorische Inbetriebnahme des Gebäudes sind bereits vergeben.

Der Kaufpreis für die drei Gebäude auf einer Grundstücksfläche von über 14 000 Quadratmetern beträgt 281 000 Euro.

Der Beschluss fiel einstimmig und ohne Aussprache.

Flüchtlingssituation

Landrat Winfried Becker gab vor dem Kreistag, der erstmals seit über zehn Jahren wieder in Schwalmstadt tagte, einen Sachstandbericht zur Flüchtlingssituation im Landkreis.

• Seit November muss demnach der Landkreis bis zu 1000 Plätze in Notunterkünften bereitstellen. Sie sind in der Regel für noch nicht registrierte Flüchtlinge.

• 1580 Menschen waren angekündigt, 770 kamen, 253 befinden sich aktuell im Chinapark in Ziegenhain. Becker: „Alle anderen haben die Einrichtung aus eigener Entscheidung mit unbekanntem Ziel verlassen“, vermutlich in andere Länder oder Großstädte.

• Das ehemalige Proviantamt in Fritzlar soll erst belegt werden, wenn in Ziegenhain alle 500 Plätze gefüllt sind.

• Laut Landrat Becker könnte der Kreis in drei bis vier Monaten noch einmal gehalten sein, seine Notunterkünfte aufzustocken.

• Eine andere Funktion haben die Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE), wie sie bis zum Wintereinbruch in Schwarzenborn bestand und demnächst in Neukirchen an und in der Ex-Rehaklinik in Betrieb gehen soll (bis zu 1000 Menschen). Becker: Der Betrieb obliegt dem Land, eine Anrechnung dieser Flüchtlinge auf das Kontingent des Kreises erfolgt nicht.“

• Denn weiterhin muss der Landkreis vier Prozent der registrierten Asylbewerber aufnehmen, die länger in Hessen bleiben.

• So lebten Anfang Dezember 1980 Frauen, Kinder und Männer im Landkreis, in den zwölf Gemeinschaftsunterkünften (802 Personen) oder in einer von über 500 Wohnungen (1178 Personen).

• Wöchentlich bekommt der Kreis zwischen 70 und 100 Asylsuchende zur Unterbringung zugewiesen.

• Deshalb sucht der Kreis weiter Wohnraum. Angemietet werden sollen auch die ehemalige Waffelfabrik (Gudensberg), das frühere evangelische Freizeitheim (Niedenstein), die Ex-Jugendherberge (Melsungen) sowie das frühere Arbeitsamt in Treysa.

• Außerdem sorgt der Kreis aktuell für 205 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, zum Vergleich: Anfang Januar waren es 74.

• Landrat Becker kündigte an, dass die Kreisverwaltung in dem Zusammenhang deutlich mehr Personal braucht, im Februar werde der erweiterte Stellenplan mit dem Nachtrag 2016 vorgelegt. Die Pauschale pro Flüchtling beträgt ab 2016 865 Euro (plus 263 Euro).

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Quelle: HNA

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