Land will in den nächsten Tagen eine Zeltstadt einrichten

500 Flüchtlinge sollen nach Schwarzenborn

Schwarzenborn. Übergangsweise soll nun auch im Bereich des Standortübungsplatzes Schwarzenborn eine Zeltstadt für bis zu 500 Flüchtlinge entstehen.

Das hat das hessische Sozialministerium am Donnerstagabend bekannt gegeben. Es handele sich um eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen.

Die Zelte sollen am Freitag mit Unterstützung von Kräften des Katastrophenschutzes aufgebaut werden, erklärte Landrat Winfried Becker gegenüber der HNA. Die ersten Flüchtlinge werden nach seinen Informationen am Samstag eintreffen. Aufgrund der stark ansteigenden Zahl von Flüchtlingen müsse man übergangsweise auf Zelte zurückgreifen, erklärte Sozialminister Stefan Grüttner.

Landrat Becker geht davon aus, dass die Zeltstadt am Standortübungsplatz nur vorübergehend genutzt werden kann. Dafür spreche schon, dass die Witterung im hoch gelegenen Schwarzenborn eine längerfristige Unterbringung in Zelten nicht zulasse.

Aktualisiert um 18.40 Uhr.

Ob die Menschen dann in feste Unterkünfte im Landkreis aufgenommen werden, stehe noch nicht fest. Die Standortwahl des Landes in der kleinsten Stadt Hessens (etwa 1200 Einwohner) kann Becker nachvollziehen. Durch die Nähe zum Bundeswehrstandort seien die logistischen Voraussetzungen gut. Becker: „Wir sind in der Verpflichtung zu helfen. Die Erstaufnahme in Gießen ist völlig überfüllt.“

Derzeit leben im Schwalm-Eder-Kreis 1360 Flüchtlinge, außerdem etwa 110 unbegleitete Minderjährige. Der Landrat rechnet damit, dass die Zahl der Asylsuchenden bis zum Jahresende auf etwa 2300 Menschen ansteigen wird.

500 Flüchtlinge sollen in Zeltstadt in Schwarzenborn einziehen

Nach neueren Prognosen muss das Land nach Auskunft des Sozialministeriums 58 000 Menschen unterbringen. Bis zum Winter sollen 13 000 neue Plätze geschaffen werden. Grüttner: „Wir werden in Kasernen unterbringen und wollen auch Containerlösungen, Traglufthallen und Holzhausbauweisen nutzen.“

Quelle: HNA

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