Förderverein Kloster Haydau ehrte  Thiersch für Engagement

Herzlichen Dank: Ludwig Georg Braun, rechts, überreicht Katharina Thiersch Blumen und ein Pflegehandbuch für das Kloster Haydau. Beide Ordner zusammen bilden das Pflegehandbuch. Links Architekt Michael Kreter, der sie Sanierung seit 1998 begleitet. Mit im Bild Helene Hiege vom Vorstand des Fördervereins Kloster Haydau. Foto: Schaake

Der Förderverein Kloster Haydau hat die Verdienste der ehemaligen Bezirksdenkmalpflegerin Katharina Thiersch um Erhalt und Sanierung des Klosters gewürdigt.

Diese Frau kommt auch mit 77 Jahren nicht zur Ruhe, wenn es um ihr geliebtes Kloster Haydau geht. Diplom-Architektin Katharina Thiersch aus Marburg steht auch als Rentnerin mit Rat und Tat zur Seite, wenn es nötig ist, die richtigen und schonenden Baumaterialien in der Denkmalpflege zu verwenden und auch bei künftigen Arbeiten keine Fehler zu machen. Für ihr Engagement für Haydau wurde sie jetzt vom Vorsitzenden des Fördervereins Kloster Haydau, Professor Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, geehrt.

„Herzlichen Dank für ihre kontinuierliche, von Herzen kommende Mitarbeit. Sie sind das Urgestein der Förderung.“ Das sagte Braun, als er Katharina Thiersch ein „eigenartiges Geschenk“ überreichte: ein Pflegehandbuch für das Kloster. Die Ehrung war für sie eine Überraschung. Thiersch, die von 1973 bis 2003 die für den Schwalm-Eder-Kreis zuständige Bezirksdenkmalpflegerin des Landesamtes für Denkmalpflege war, hat selbst großen Anteil an diesem Handbuch. Zwei dicke Ordner bilden das Pflegehandbuch.

Es enthält Analysen des ehemaligen Bauzustandes, beschreibt im Detail die früher verwendeten Materialien der Decken, Wände und Mauern, analysiert die Bestandteile des für die Restaurierung geeigneten Mörtels. Was Katharina Thiersch besonders wichtig ist: Beim Erhalt des sanierten Baudenkmals und künftigen Renovierungsarbeiten dürfen keine Fehler gemacht werden. Auch das wird in den dicken Aktenordnern beschrieben. Thiersch nennt ein Beispiel: Würde man Portland-Zement verwenden, bilden sich Schadsalze, und die können die Mauern sprengen. Auch die richtigen Farben und der richtige Holzschutz, das richtige Konservierungsmaterial für die freigelegten Malereien muss verwendet werden. Auch das steht im Pflegehandbuch.

„Das ist eine Wahnsinns-Arbeit“, sagt Ludwig Georg Braun mit viel Respekt. Und: „Solch ein Pflegehandbuch gibt es in Deutschland nicht noch einmal.“ Nur drei Haydau-Exemplare gibt es. Eins wird im Kloster aufbewahrt, eins kommt ins Marburger Staatsarchiv und eins hat nun Katharina Thiersch. Braun: „Es ist Ihr Werk, erfreuen Sie sich daran.“

Katharina Thiersch begleitet die Rettung und Restaurierung des Klosters Haydau seit 1986, sorgte für den Erhalt wertvoller Bausubstanz wie Fenster und Türen. Heute sagt sie: „Vorher herrschte große Not. Das Gebäude fiel immer mehr in sich zusammen, und es fehlte Geld.“ Der damalige Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Professor Dr. Gottfried Kiesow, habe einmal gesagt: „Haydau muss ein Modellprojekt werden.“ Das Ziel ist erreicht.

Quelle: HNA

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