Zuschussregelung sorgte für Verwirrung

Fördervereine der Emstaler Freibäder benötigen weiterhin Spenden

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Sind auf Spenden angewiesen: Der Förderverein Freibad Sand/Merxhausen, hier mit der Vorsitzenden Carola Göhlich und ihrem Stellvertreter und Bruder Sascha Göhlich, und der Förderverein Freibad Balhorn.

Bad Emstal. Die beiden Freibäder in Balhorn und zwischen Sand und Merxhausen liegen den Menschen Bad Emstals am Herzen. Die Gefahr ihrer Schließung ist zunächst abgewendet, die Fördervereine haben sie unter ihre Fittiche genommen.

Die Gemeinde hat mit Beschluss der Gemeindevertreter im Februar sogar einen Beitrag von 45.000 Euro bereitgestellt, mit dem sie beide Vereine unterstützen will.

Doch anders als die gebratenen Gänse im Schlaraffenland fällt den Vereinen das Geld nicht einfach in den Schoß. Die Mitglieder müssen sich die Unterstützung erarbeiten. So zahlt die Gemeinde pro Vereinsmitglied einen Euro und Veranstaltungen unterstützt sie mit 100 Euro. Pro Spende gewährt die Kommune einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der Spendensumme. „Wir haben im vergangenen Jahr etwa 7000 Euro an Spenden erhalten“, sagt Carola Göhlich, Vorsitzende des Fördervereins Freibad Sand/Merxhausen. Gelänge dies dem Verein im laufenden Jahr wieder, gebe es also 700 Euro oben drauf.

In der öffentlichen Diskussion hatte die Zuschussregelung für Verwirrung gesorgt. Sponsoren und private Unterstützer hatten geglaubt, dass die Vereine mit dem Geld der Gemeinde nun gut über die Runden kämen und sie sich nicht mehr beteiligen müssten. „Dem ist nicht so“, sagt Sascha Göhlich, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Freibad Sand/Merxhausen. „Wir müssen uns den Zuschuss hart erarbeiten.“

Etwa 40.000 Euro hat den 170 Mitglieder zählenden Verein im vergangenen Jahr der Betrieb des Bades gekostet. Die drei größten Kostenpunkte sind dabei Personal, Heizöl und Strom. Hinzu kommen Ausgaben für Technik, Chemie, TÜV. Weil es Vereinsmitglieder waren, die den Rasen gemäht und im Kassenhäuschen gesessen haben, seien die Ausgaben deutlich unter die Summe gefallen, die zu Buche schlug, als die Gemeinde sämtliche Kosten bestreiten musste.

Ralf Bräutigam

„Das Modell ist ein Erarbeitungsmodell, grundsätzlich ist das gut“, sagt auch Ralf Bräutigam, Vorsitzender des Fördervereins Balhorn (215 Mitglieder). Der Verein wird das Bad am 1. Juni eröffnen und dann erstmals die Trägerschaft über die Einrichtung übernehmen. Derzeit ist das Team um Bräutigam mit administrativen Aufgaben beschäftigt, bereitet die Bad-Übernahme vor. Zwischen fünf und zehn Sponsoren hätten ihre Bereitschaft zur Unterstützung erklärt.

Klärungsbedarf sieht Ralf Bräutigam an ganz anderer Stelle: Der Betreibervertrag zwischen der Gemeinde Bad Emstal und dem Förderverein müsse noch einmal überdacht werden. „Da wir über Vereinsvermögen verfügen, sollen wir von der Gemeinde im ersten Jahr wohl keinen Zuschuss erhalten“, so der Vereinschef. „Darüber müssen wir nochmal reden.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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