Naturschützer: seltene Wildkatze vorhanden

Windmess-Mast am Rödeser Berg: BI fordert einen Baustopp

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Ein Lockstock im Wald: Horst Koenies mit Baldrian. Der Pflanzenduft soll die seltene Wildkatze anlocken und am Holz Spuren hinterlassen.

Wolfhagen. Die Bürgerinitiative (BI) gegen Windkraft in unseren Wäldern fordert einen Baustopp für den Windmess-Masten am Rödeser Berg. Dr. Horst Koenies von der BI: „Auf dem Rödeser Berg lebt die Wildkatze.“

Eine vor wenigen Wochen an die Senckenberg-Forschungsstation in Gelnhausen geschickte Haarprobe von einem Holzpflock in unmittelbarer Nähe des geplanten Standorts stamme eindeutig von der seltenen Wildkatze. Das habe jetzt die Untersuchung ergeben, sagt der Biologe. Die Haare hingen laut Koenies an einem Holzpfosten am Berg, der mit einem die Tiere anlockenden Duftstoff versehen ist.

Selten: eine Wildkatze, im Bayerischen Wald aufgenommen.

Sowohl nach europäischem als auch nach bundesdeutschem Naturschutzrecht sei die Wildkatze streng geschützt und „dabei sind ausdrücklich Fortpflanzungs- und Ruhestätten in den Schutz eingeschlossen“, heißt es in einer Erklärung der BI. Das nordhessische Wildkatzenvorkommen sei überregional bedeutend, denn „unserem Raum kommt eine wichtige Brückenfunktion zwischen den verinselten Populationen in Niedersachsen und denen in Nordrhein-Westfalen, Rheinlandpfalz und Südhessen zu“, so Koenies: „Wir sehen die Behörden in der Pflicht, eine naturschutzfachliche Neubewertung des geplanten Eingriffs vorzunehmen.“ Der Aufbau der Windräder „wäre aufgrund der massiven Strukturveränderungen sicher mit einer Lebensraum-Vernichtung verbunden“.

Koenies: „Vor mehr als einem Jahr hätte IWES den Messturm bereits aufbauen können, nun muss auch die Zeit sein, ein fachlich fundiertes Gutachten über dieses immer noch seltene und sehr scheue Geschöpf in Auftrag zu geben.“

Das Fraunhofer-Institut IWES in Kassel will am Rödeser Berg über mehrere Jahre mit dem 200 Meter hohen Turm Wind messen und dadurch generell aussagekräftige Daten für Windbedingungen in Mittelgebirgslagen erhalten. Die Stadtwerke Wolfhagen, die die Pläne eines Bürgerwindparks mit vier Anlagen forcieren, wollen damit ebenfalls verlässliche Daten für ihren geplanten Bürgerwindpark-Standort erhalten. Der Messmast sollte eigentlich längst stehen, doch der Aufbau hat sich dauernd verzögert. Derzeit laufen Vorbereitungsarbeiten.

Quelle: HNA

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