Forstamt Wolfhagen startet Forstbetriebsplanung

Neue Pläne für den Staatswald

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Wald, Wege und Windenergie: Diese Themen wurden beim ersten Waldforum des Wolfhager Forstamtes diskutiert. 

Wolfhagen. Stimmen und Stimmungen der Gruppen, die an der Waldwirtschaft interessiert sind, einzufangen - darum ging es dem Forstamt Wolfhagen beim ersten Waldforum in der Wolfhager Stadthalle.

Anlass war der Start der mittelfristigen Forstbetriebsplanung für den Bereich des 6500 Hektar großen Staatswaldes, den das Wolfhager Forstamt betreut. Für die Gäste, gut 50 an der Zahl, bot sich die Gelegenheit, untereinander und mit den Verantwortlichen von Hessen-Forst ins Gespräch zu kommen, Gedanken auszutauschen und sich darüber zu informieren, wie die Forstleute die Gestaltung der Zukunft des Staatswaldes angehen.

Ehe die Gäste ihre Anregungen formulierten, stellte Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen, seine Behörde vor, die 40 Mitarbeiter beschäftigt, zwischen Liebenau und Naumburg, Fuldatal und Breuna in zwölf Revierförstereien den Forstbetrieb organisiert. Von den rund 18 000 Hektar Wald, die zum Forstamtsbereich gehören, ist gut ein Drittel Staatswald, 8000 Hektar sind kommunaler Forst, 3500 Hektar in privater Hand.

Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen

Naturschutz vorrangig

Pflege und Bewirtschaftung des Staatswaldes, so Zindel, sollen unter „besonderer Gemeinwohlverpflichtung laufen“, im Konfliktfall seien die Belange des Naturschutzes vorrangig, erfuhren die Gäste.

Aus deren Reihen kam der Einwand, dass es mit dem Ausweisen von Schutzgebieten, auch mit dem weiteren Einrichten von Friedwäldern doch langsam reiche. Das Plädoyer für den Wirtschaftswald nahm Stefan Nowack, Leiter der Abteilung für Waldentwicklung und Umwelt bei Hessen-Forst, auf, erklärte dazu, dass die politischen Vorgaben vorsehen, dass zehn Prozent der Staatswaldfläche der natürlichen Entwicklung zu überlassen seien.

Michael Decker, Geschäftsführer des Sägewerks Decker in Volkmarsen, wies darauf hin, dass der Wald Existenzen sichere: „Es sind 30 Familien in unserem Betrieb vom Wald abhängig.“ Etwa 20 000 Festmeter Buchenholz verarbeite man pro Jahr zu hochwertigem Material für die Möbelindustrie, 4500 Festmeter liefere das Forstamt Wolfhagen.

Michael Decker, Geschäftsführer

Auf weitere gute Zusammenarbeit mit dem Forstamt Wolfhagen hoffte Dieter Hankel, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel. Der Wanderverein wolle das Wanderwegenetz neu ordnen und straffen. Man plane, einen neuen Wanderweg zu erschließen, der sich über alle Erhebungen des Hohen Habichtswaldes erstreckt. Ein weiteres Anliegen Hankels: das Beseitigen des Sturmholzes auf den Wanderwegen. Das stört auch die Kasseler Mountainbiker auf ihrer Hausstrecke, wie Thorsten Juraschka erklärte. Forstamtsleiter Zindel bat um Verständnis, dass das Aufräumen nicht überall gleichzeitig erfolgen könne.

Dieter Hankel, Vorsitzender Gebirgsverein

Keine Hoffnung auf Unterstützung seines Anliegens konnte Hessen-Forst Klaus Lötzerich von der Rotwildhegegemeinschaft Wattenberg-Weidelsburg machen. Wenn die Schutzfunktion des Waldes über die Nutzfunktion gehe, so Lötzerich, dann sollte man „industrielle Nutzungen“ wie den Bau von riesigen Windrädern wie im Alten Wald bei Naumburg vermeiden.

Dr. Jörn Westphal von der Landesbetriebsleitung von Hessen-Forst in Kassel erklärte dazu, dass es sich in Sachen Windkraft um einen politischen Grundsatzbeschluss handele. „Da haben wir keine Einflussmöglichkeit.“ 

Quelle: HNA

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