Angst vor Missbrauch von Privatbildern

Foto-Verbot in Freibädern im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Badesaison ist eröffnet, doch die Badbetreiber stehen vor einem Problem: Immer mehr Menschen sind in Sorge vor dem Missbrauch von Handybildern. Ein Foto-Verbot soll helfen.

Einige Betreiber erteilten schon Fotografier- und Filmverbot. Bei der Umsetzung und Kontrolle hapert es allerdings.

Im Wellness-Paradies am Silbersee Frielendorf herrscht schon seit vorigem Jahr striktes Fotoverbot, berichtet Schwimmmeister Volker Siemon. Die Diskussion um das Thema hatte die Betriebsleitung schon länger wahrgenommen, für das Verbot zeigen die Besucher jedenfalls Verständnis oder finden es gut, so Siemon.

Auch bei den Nachbarn in Neustadt wird hart durchgegriffen: Aufgrund von zahlreichen Beschwerden junger Mädchen und Frauen darf im unmittelbaren Bereich des Wasserbeckens niemand ein Handy mitführen, sagt Jutta Braun von den Neustädter Bäderbetrieben.

Noch rigoroser ist es im Melsunger Freibad geregelt. Dort ist das Nutzen von Mobiltelefonen überall strengstens untersagt, erklärte Schwimmmeister Holger Bachmann.

Anders im Frielendorfer Freibad. Dort gibt es noch keine klare Regelung, denn: „Es ist für uns unmöglich zu kontrollieren, was die Besucher mit ihren Handys im Freibad anstellen“, so Schwimmmeister Siemon.

Ein explizites Fotografier-Verbot herrscht auch nicht im Ziegenhainer Freibad, erklärte Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard. Allerdings soll im Bad ein Schild aufgestellt werden, das auf die Problematik hinweist und die Beachtung der Persönlichkeitsrechte anmahnt.

Probleme mit dem Missbrauch von Privatbildern oder Klagen über etwaige Foto-„Spanner“ gibt es im Eder-Auen-Erlebnisbad in Fritzlar dagegen bislang nicht, deshalb existiert auch kein Fotografier-Verbot.

Aufkleber sollen das Problem lösen

Seit dieser Badesaison gilt in vielen Bädern nicht nur ein striktes Fotografierverbot. Vielerorts sind alle Besucher auch verpflichtet, das Kameraobjektiv ihres Smartphones mit einem sogenannten Camsticker (Kameraaufkleber) zu überkleben, um das Fotoverbot auch wirksam durchzusetzen.

Überall, wo dies Pflicht ist, werden die Aufkleber an der Kasse bereitgehalten. Im Schwalm-Eder-Kreis ist dies aber noch nirgends üblich.

Wer sich nicht an die Regeln hält, wird ermahnt oder des Bades verwiesen. Selbst Aufnahmen von sich selbst („Selfies“), von Begleitern oder den eigenen Kindern sind nicht erlaubt, wenn Fotoverbot herrscht.

Quelle: HNA

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