Demonstration gegen französischen Präsidenten

Fotografin aus Treysa war am Wochenende bei Protesten in Paris dabei

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„Sur son trône“ – auf seinem Thron: Darstellungen des Präsidenten im Demonstrationszug.

Paris/Treysa. Am Wochenende kam es in Paris zu Protesten gegen die Reformpolitik Macrons. Mit dabei: Die aus Treysa stammende Künstlerin Dagmar Sippel. 

Zehntausende Menschen haben knapp ein Jahr nach der Wahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten Frankreichs weitgehend friedlich gegen seine Reformpolitik protestiert, berichtet die aus Treysa stammende Fotografin. Die 56-Jährige lebt seit 32 Jahren in Paris. Nach Angaben der Polizei nahmen an dem Protestmarsch „Fête à Macron“ 40 000 Menschen teil. Die Linkspartei ‚La France Insoumise‘ (das unbeugsame Frankreich), die die Demonstration unterstützte, sprach auf Twitter von 160 000 Teilnehmern.

Macron als Napoleon: Die Fotografin Dagmar Sippel berichtet uns von den Protesten gegen Emmanuel Macron am vergangenen Wochenende. Zehntausende demonstrierten in Paris. 

Unter ihnen waren Studenten, Krankenpfleger, Rentner und Vertreter der seit Wochen immer wieder streikenden Eisenbahner, beobachtete die Fotografin. „La Fête à Macron“ sei ein doppeldeutiger Ausdruck, erklärt Dagmar Sippel: Zum einen wörtlich übersetzt „das Fest für Macron“, aber auch im ironischen Sinne, „aufgepasst, jetzt machen wir dir dein Fest, jetzt bist du reif – als Drohung“.  Die Demonstranten zogen am Samstagnachmittag durch das Zentrum der französischen Hauptstadt, von der Oper bis hin zur Bastille und hielten dabei Schilder mit Aufschriften wie „Stop Macron“ in die Höhe. Auf geschmückten Autos, wie bei einem Karnevalsumzug, imitierten verkleidete Darsteller den Präsidenten und zeigten ihn unter anderem als König Ludwig oder Vampir Dracula.

Imitationen: Wie bei einem Karnevalsumzug. Um das ganze Bild zu sehen, klicken Sie oben rechts. 

Noch vor einem Jahr „der Mann mit Charme“ , habe er sich für viele in einen arroganten Snob verwandelt, der mit seiner Reformpolitik Wohlhabende begünstige und die kleinen Leute finanziell aussauge, meint die 56-Jährige. Im Aufruf zu der Demonstration hieß es, Macron verhalte sich wie ein „ verkehrter Robin Hood“: Er nehme von den Armen und verteile an die Reichen.

Die Demo verlief friedlich, vor der Oper trat ein Orchester auf, Familien veranstalteten Picknicks. Gegen 14 Uhr machten sich die Demonstranten auf den Weg zum Bastille-Platz. Am Abend fand dort ein Rockkonzert statt. Im Gegensatz zum 1. Mai, habe es diesmal keine größeren Zwischenfälle gegeben, berichtet Sippel. Am Abend demolierten einige Vermummte einen Radio-Übertragungswagen, eine Rauchbombe wurde ins Innere des Fahrzeugs geworfen, verletzt wurde niemand.

Quelle: HNA

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