So wird ein Sessel gepolstert

So wird ein Sessel gepolstert
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Jute: Der erste Schritt des Polsterns: Bereits am Vortag hat Raumausstatterin Christina Schöllhorn das Holzgestell des Stuhls mit Kreidefarbe gestrichen. Als erstes werden Jutegurte auf den Rahmen genagelt.
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Federleinen: Das Federleinen wird genagelt und getackert. Beim Nageln muss Schöllhorn sehr vorsichtig sein. Denn das alte Holz könnte sonst reißen oder die Knochleimverbindungen lassen nach. Daher verwendet sie für viele Arbeitsschritte einen Luftdrucktacker.
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Das ist kein Heu, sondern Werg. Das Werg ist eine Faser, die beim Herstellen von Bastfasern wie Leinen, Hanf oder Jute anfällt. Mit dem Werg und dem Federleinen wird zuerst die Kante geformt. Das Federleinen wird danach festgenagelt.
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Mit einem Garnierstich wird die Kantenwulst festgeschnürt und in Form gebracht. Dazu braucht die Raumausstatterin einiges an Kraft, denn die Kante musst stabil sein. Danach wird mit einem Lasierstich ein Nahtmuster aufgenäht. In dessen Taschen wird das Werg gesteckt.
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Lasierstich: Auf die Schicht aus Werg kommt das Fassonleinen. Das grob-gewebte Leinen passt sich an die gewünschte Form (franz. Fasson) an, ohne Falten zu schlagen. Mit einem Garnierstich wird es in Form gebracht. Im Bild kommt wieder der Lasierstich zum Einsatz.
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Rosshaar: Um den Sitzkomfort weiter zu erhöhen, wird sorgfältig gezupftes Rosshaar in die durch den Lasierstich entstandenen Fächer gestopft. Diesen Prozess nennt man Pikierung. Das Rosshaar ist teurer als Werg und elastischer. Diese Elastizität macht es ungeeignet als alleinige Füllung.
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Graue Watte: Auf das Rosshaar kommt Grauwatte. Sie besteht aus gereinigter und geschredderter Altkleidung und Wolle. Über die Grauwolle kommt Diolenwatte. Sie gleicht Unebenheiten aus und ist eine preiswertere Alternative zur früher verwendeten Schafschurwolle.
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Stoff mit Blüten : Schließlich wird die letzte Schicht, ein Stoff aus Leinen und Baumwolle aufgetackert. Der Stoff ist haltbar und hat ein Muster, das im Rokoko populär war: Granatapfelblüten. Mit einer graublauen Bordüre und Hirschkleber überdeckt Schöllhorn schließlich die Nähte.

Viele alte Handwerksberufe sind inzwischen selten geworden. Maschinen habe Hände ersetzt. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen. Heute schauen wir, wie ein Sessel entsteht.

Quelle: HNA

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