Fragebögen sind Zündstoff

Arbeitsgruppen Dorferneuerung Frielendorf: Drei Sprecher legen ihr Amt nieder

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Neubürger willkommen in Frielendorf: Eine Fragebogenaktion sorgt jetzt für Streit bei der Dorferneuerung.

Frielendorf. Unruhe gibt es im Zusammenhang mit der Dorferneuerung in Frielendorf. Matthias Dittschar, Frank Huber und Helge Schröder, die Sprecher zweier Arbeitsgruppen – der sogenannten Handlungsfelder 1 und 4 –, haben ihr Amt niedergelegt.

Der Anlass ist der Umgang der Gemeinde mit einer Umfrageaktion, die sich an Frielendorfer Neubürger richtete.

Von circa elf ehrenamtlichen Akteuren der Gruppen waren nach Angaben von Dittschar die Idee der Neubürgerbefragung entwickelt und erarbeitet worden. Auch die Zustellung Anfang des Jahres sei ehrenamtlich organisiert worden. Mehr als 860 Fragebögen seien verteilt worden. Auch der Rücklauf sei positiv zu bewerten. Immerhin 22 Prozent hätten die Fragen beantwortet.

Und genau am nächsten Schritt entzündet sich der Unmut der Organisatoren der Aktion. Um die Anonymität der Befragten zu wahren, habe man die Erfassung der Bögen in professionelle Hände übergeben, erklärte Bürgermeister Birger Fey.

Das wiederum sehen die zurückgetreten Sprecher als nicht plausible Erklärung an, sagt Dittschar. Sie monieren, das ihnen die weitere Bearbeitung des Projektes entzogen werden sollte.

Bürgermeister Fey hingegen betont, dass es lediglich um die Datenerhebung ging. Die Bewertung der Antworten solle wieder den Arbeitsgruppen übergeben werden.

2012 wurde Frielendorf als eine der ersten Gesamtkommunen mit sämtlichen Ortsteilen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen. In Arbeitsgruppen entstand unter Beteiligung aller Ortsteile das so genannte Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept. Es ist Basis für den finanziellen Umfang der Landesförderung aus dem Programm Dorferneuerung. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden demographischen Entwicklung in der Großgemeinde wurde unter anderem der Themenschwerpunkt Innenentwicklung/Leerstand behandelt. Bis zum Jahr 2022 stehen für Frielendorf 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, in diesem Jahr liegt die Fördersumme bei ungefähr 200 .000 Euro.

Insgesamt fühlen sich die drei Sprecher der Arbeitsgruppen in ihrem Engagement ausgebremst. „Wir sind enttäuscht“, sagt Dittschar, „ und sehen uns als Team von unseren Aufgaben entbunden“. Am Projekt Dorferneuerung wollen sie allerdings weiterhin mitarbeiten. Um das weitere Vorgehen zu besprechen, laden sie ein zum Stammtisch:

• Donnerstag, 10. April, 20 Uhr, Hotel Hassia Frielendorf.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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